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Druck auf Marsch nimmt vor Köln zu: Hilfe für Stürmer Silva

Leipzig (dpa)

Ein Sieg oder es wird richtig ungemütlich. Nach der Lehrstunde in der Champions League in Manchester und nur einem Erfolg aus vier Bundesliga-Spielen muss Leipzigs neuer Trainer Jesse Marsch in Köln gewinnen.

Von dpa

Fußbälle liegen in einem Tor. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Jesse Marsch merkt man nicht an, dass es sportlich bei RB Leipzig gerade brenzlig ist. Der neue Trainer des Vizemeisters der Fußball-Bundesliga gibt sich auch bei drei Niederlagen in vier Spielen und der 3:6-Demontage in der Champions League bei Manchester City betont optimistisch. «Wir glauben an unseren Prozess», sagte Marsch vor dem Spiel beim 1. FC Köln am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky). Allerdings sollte dieser Prozess so langsam in den Ergebnissen ablesbar sein.

Dieser Situation ist sich Marsch durchaus bewusst. «Gegen Köln müssen wir kämpfen und gewinnen und dann mehr und mehr Rhythmus in der Saison finden», sagte der 47-Jährige und forderte von seinen Spielern das, was man oft die guten, alten Tugenden nennt. «In schwierigen Momenten muss man ein bisschen mehr laufen und kämpfen. Es hat nicht nur mit taktischen Dingen zu tun, es hat mit Willen zu tun.»

Die sportliche Führung des Clubs ist noch gewillt, dem Trainer öffentlich Deckung zu geben. «Wir haben einen neuen Cheftrainer, auf den wir stolz sind und den wir sehr bewusst verpflichtet haben», sagte Vorstandschef Oliver Mintzlaff. Man sei von dem Trainer überzeugt und gehe den Weg weiter, «wohlwissend, dass der Druck da ist, sich auch in dieser Saison für die Champions League zu qualifizieren».

Dafür müsste RB so langsam eine Aufholjagd starten. Die Tore bei dieser soll der dafür vorgesehene André Silva schießen. Schließlich bezahlte man im Sommer fast 25 Millionen Euro für den Portugiesen. Doch dem technisch versierten Strafraumstürmer fehlt noch die Bindung zum Spiel, er wird zu selten in Szene gesetzt.

Seine Grundformation will Marsch trotzdem nicht ändern. In dieser wird Silva als einzige Spitze aufgeboten, die von drei Spielmachern mit Zuspielen gefüttert werden soll. Die sieht Marsch hier besonders in der Verantwortung. Silvas einziges Tor für Leipzig resultierte bisher aus einem Elfmeter. Trotzdem will Marsch nicht wie bei seiner erfolgreichen Station in Salzburg auf zwei Angreifer setzen. Bisher wechselte der US-Amerikaner stets positionsbezogen aus, brachte nie einen zusätzlichen Stürmer ins Spiel.

Was es für Marsch zusätzlich knifflig macht, ist, dass Silva für das vom Coach bevorzugte schnelle Umschalten nicht zwingend prädestiniert ist. «André ist kein reiner Umschaltspieler. Er ist clever, er ist gut im Strafraum, hat gute fußballerische Qualität», sagte Marsch. Letztlich wird er Silvas Tore brauchen, um im Zweifel seinen eigenen Job zu retten.

Immerhin kann Marsch in Köln auf seinen gesamten Kader zurückgreifen. Nationalspieler Marcel Halstenberg ist nach seinen langwierigen Sprunggelenksproblemen wieder fit. Der vom FC Barcelona gekommene Ilaix Moriba macht laut Marsch zwar Fortschritte, sei aber noch kein Kandidat für die Startelf.

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