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Prozess

Ehefrau getötet: Totschlag oder Sterbehilfe?

Hagen (dpa/lnw)

Ein Mann geht zur Polizei und berichtet, er habe seine Frau umgebracht. Was er weiter erzählt, ist die Geschichte einer mysteriösen Bluttat.

Von dpa

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Eine mysteriöse Bluttat beschäftigt seit Mittwoch das Hagener Schwurgericht. Ein 52-jähriger Deutscher aus Hagen hat eingeräumt, im Mai seine Ehefrau mit drei gezielten Messerstichen ins Herz getötet zu haben. Während die Staatsanwaltschaft den Mann wegen Totschlags angeklagt hat, behauptet der jedoch, die Tötung sei ein letzter Liebesdienst für seine lebensmüde Frau gewesen.

Nach Angaben des Angeklagten war die 51-Jährige in den letzten Monaten vor der Tat immer mehr vom jahrelangen Alkoholmissbrauch gezeichnet. «Sie ist kaum noch aus dem Bett aufgestanden, weil ihr körperlich alles schwerfiel», sagte der Hagener den Richtern. Seine Frau habe ihm schließlich das Versprechen abgenommen, ihr beim Suizid zu helfen. Und er, der seine Frau «immer wie eine Königin behandelt» habe, habe eingewilligt. Am Tattag habe er deshalb das Messer geholt und mit ihrem Einverständnis zugestochen.

Der Angeklagte war etwa eine Woche nach der Bluttat stark betrunken bei der Hagener Polizei erschienen und hatte den Beamten sofort seine Wohnungsschlüssel übergeben. «Ich habe meine Frau umgebracht, sie liegt im Schlafzimmer», soll er dabei gesagt haben.

Für Tötung auf Verlangen sieht das Gesetz maximal 5 Jahre Haft vor, für Totschlag eine Strafe zwischen 5 und 15 Jahren. Der Prozess soll noch bis November dauern.

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