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Gesundheit

Eichenprozessionsspinner: Ministerien schlagen Alarm

Düsseldorf/Münster

Der Eichenprozessionsspinner und kein Ende: Die Praxen sind voll mit Menschen, die über Juckreiz, Augenbrennen bis hin zur Atemnot klagen. Die zuständigen Ministerien sind äußerst besorgt.

Frank Polke

Eine echte Plage, eine echte Gesundheitsgefahr: Der Eichenprozessionsspinner.  Foto: Axel Roll

Die gesundheitlichen Risiken durch die massive Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners alarmiert jetzt auch die zuständigen Landesministerien in Düsseldorf. „Wir rufen die Bevölkerung zu erhöhter Achtsamkeit und Vorsorge auf. Der Kontakt mit den Raupen und Gespinstnestern ist unbedingt zu vermeiden“, sagt Edmund Heller, Staatssekretär im Gesundheitsministerium. „Die Raupen besitzen sogenannte Brennhaare, die bei Hautkontakt zu Verletzungen und entzündlichen Reizungen führen können“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der zuständigen Ministerien für Gesundheit und Umwelt, Verbraucherschutz und Landwirtschaft.

Der Eichenprozessionsspinner hatte sich zuletzt gerade im Münsterland weiter ausgebreitet, zahlreiche Menschen litten nicht nur unter Hautreizungen, sondern sogar unter Atembeschwerden oder Augenverletzungen. Zahlreiche Plätze wie zum Beispiel Schwimmbäder sind bereits gesperrt, um vor allem Kinder vor Berührung mit den Raupen zu schützen. Auch Schulen und Vereine in der Region hatten zuletzt zahlreiche Feste und Veranstaltungen abgesagt, die Grünflächenämter der Städte und Kommunen sind derzeit im Dauereinsatz, um die schlimmsten Nester zu beseitigen.

Hinweise zur Bekämpfung

Die Landesregierung ist nach eigenen Angaben in engem Kontakt mit besonders betroffenen Kommunen, warnt Privathaushalte aber davor, selbst „Gegenmaßnahmen auf eigene Faust“ etwa im heimischen Garten oder Wald durchzuführen. „Sofern ein Befall im Garten oder Wald zu beobachten ist, sollten Spezialfirmen beauftragt werden“, so Staatssekretär Heller.

Das Umweltministerium geht davon aus, dass die effektivste Möglichkeit zur Bekämpfung des Prozessionsspinners das Absaugen mit speziellen Geräten ist. „Daneben besteht auch die Möglichkeit des gezielten Einsatzes von Bioziden“, hieß es in der Erklärung, die unserer Zeitung vorliegt. Diese Biozide sind aber nur bis zum zweiten Raupenstadium sinnvoll – dieses ist aber bereits abgeschlossen.

Tipps

Bei Verdacht eines Gifthaarkontakts empfehlen die Gesundheitsbehörden folgende Maßnahmen:

- Kleiderwechsel und der Versuch, mit einem Klebeband vorhandene Brennhaare von der Haut abzunehmen

- Duschbad mit Haarwäsche

- Bei Augenbeteiligung das Spülen mit Wasser

- Hautreaktionen können lokal symptomatisch mit mittelstark bis stark wirksamen Kortikosteroiden behandelt werden

- Bei Bindehautentzündung Augentropfen, die auch ein Antiseptikum enthalten

- Gegen den Juckreiz sind orale Antihistaminika hilfreich

- Schwerere Verläufe können eine systemische Kortikosteroidtherapie notwendig machen

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