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Justiz

Ermittlungen gegen Polizeibeamten wegen Körperverletzung

Dortmund (dpa/lnw) - Gegen Polizeibeamten aus Dortmund wird nach Anzeigen von zwei Frauen wegen Körperverletzung im Amt ermittelt. Das sagte ein Sprecher der Dortmunder Staatsanwaltschaft am Freitag. Zwei Frauen hatten unabhängig voneinander Anzeige erstattet wegen zweier Vorfälle im Januar 2021 und im Februar 2022, wie der WDR zuvor berichtet hatte. Auch gegen die beiden Frauen seien Ermittlungen gelaufen, «wegen Widerstandshandlungen und Körperverletzung zum Nachteil von Polizeibeamten», schilderte Staatsanwaltschaft Henner Kruse auf dpa-Anfrage. Gegen eine beginne am 11. Juli die Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Dortmund. Gegen die andere sei am 9. Mai Anklage erhoben worden.

Von dpa

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Die beiden Frauen hatten Anzeige erstattet, da sie unter anderem ins Gesicht geschlagen, sexistisch beleidigt und gedemütigt worden seien. Laut Westdeutschem Rundfunk handelt es sich um eine 32-jährige Erzieherin und eine 26-jährige Studentin. Bei der Älteren sei im Krankenhaus nach dem Polizeieinsatz und einem Aufenthalt in der Polizeiwache ein Bruch des Bodens ihrer linken Augenhöhle festgestellt worden. Zudem sei ein Zahn abgebrochen, sie habe «multiple Prellmarken» im Gesicht gehabt. Bei der Studentin wurden dem Bericht zufolge Prellungen im Gesicht diagnostiziert.

Laut Staatsanwaltschaft wird den beiden Frauen vorgeworfen, sie hätten bei den Einsätzen Polizisten getreten und geschlagen. Eine sei betrunken gewesen. Gegen wie viele Polizeibeamte sich die noch laufenden Ermittlungen richteten, konnte der Staatsanwalt nicht sagen, da sich die Akte bei der Polizei in Recklinghausen befinde. Dort waren die Fälle zunächst nicht bekannt.

Ein Sprecher der Dortmunder Polizei sagte, man könnte sich inhaltlich zwar nicht zu den Vorwürfen äußern, die aus Neutralitätsgründen in Recklinghausen untersucht würden. Es gelte aber: «Grundsätzlich dulden wir derartige Fälle nicht.» Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, würden strafrechtliche Konsequenzen gezogen.

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