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Fischsterben in NRW

750 Kilogramm tote Fische in der Stever

Haltern am See

Aus dem Flüsschen Stever sind nahe Haltern am See mindestens 750 Kilogramm toter Fische geborgen worden. Nun gibt es Anhaltspunkte für die Gründe.

Weil der Sauerstoffgehalt in einem Abschnitt der Stever zu weit gesunken ist, verendeten Tausende Fische. Foto: Gelsenwasser AG

Vor einer Woche war es noch eine Befürchtung: „Angst vor Fischsterben in NRW“, titelte unsere Zeitung und zitierte Landesumweltminister Oliver Krischer, der angesichts der anhaltend hohen Temperaturen sagte: „Wir beobachten die Lage mit großer Sorge.“

Schon wenige Tage wurde die Befürchtung traurige Realität: Aus dem Flüsschen Stever sind nahe Haltern am See mindestens 750 Kilogramm toter Fische geborgen worden. Nun gibt es Anhaltspunkte für die Gründe.

Wasser durch Algen eingetrübt

Ein erhöhtes Algenaufkommen im warmen Wasser ist wohl die Ursache für den niedrigen Sauerstoffgehalt der Stever, der zu einem Fischsterben geführt hat. Es seien vermehrt Algen aus dem flussaufwärts liegenden Hullerner Stausee in das Gewässer übergetreten, sagte der Leiter des Wasserwerks Haltern, Magnus Meckelburg. Die warme, trockene Wetterlage hatte nach Gelsenwasser-Angaben die Wassertemperatur der Zwischenstever zuvor auf 22 bis 25 Grad Celsius ansteigen lassen.

Die Algenblüte – so nennt man das Auftreten vieler Algen – ist demnach ein im Sommer übliches Phänomen. Es überlagerten sich derzeit aber verschiedene Effekte: Das Wasser werde durch die Algen eingetrübt, dies reduziere die Photosynthese. Dazu komme, dass das Wasser derzeit sehr warm sei und somit weniger Sauerstoff aufnehmen könne. Gleichzeitig steigt bei den Temperaturen aber der Sauerstoffbedarf von Fischen und anderen Lebewesen, wie Meckelburg erklärte.

Sauerstoffgehalt zu niedrig

In dem Fluss hatten bereits am Sonntag unzählige tote kleine und mittelgroße Fische getrieben. Betroffen ist laut Meckelburg ein 500 Meter langer Abschnitt der Stever. Der Sauerstoffgehalt sei dort weiterhin niedrig, sagte er am Montag.

Die ökologische Situation in der Zwischenstever steht nach Angaben von Gelsenwasser im Sommer ständig im Fokus. Seit dem Frühsommer ermittele Gelsenwasser zwei bis vier Mal pro Woche an sechs Messstellen unter anderem den Sauerstoffgehalt. „Bis zum 19. August waren die Werte an allen sechs Messpunkten in der Zwischenstever ausreichend“, teilte das Unternehmen nun mit.

Bereits vor dem Wochenende wurde mit Lüftern an der Wasseroberfläche Sauerstoff zugeführt. Nun habe man in einem aufwendigeren Verfahren tiefer im Wasser einen „Strahlbelüfter“ installiert. Dieser erzeugt demnach eine Art „Blasenvorhang“, der Sauerstoff in das hindurchfließende Wasser einbringt.

Die Feuerwehr Haltern hatte bereits am Sonntag mit einer Belüftungsmaßnahme unterstützt.

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