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Natur

Forstleute optimistisch dank nassen Winters: Tag des Waldes

Düsseldorf/Münster (dpa/lnw)

Der Dauerregen zwischen November und Februar schlug manchen Menschen in NRW auf Gemüt. Für den schwer geschädigten Wald war der nasse Winter aber eine Erholungszeit. Von den Forstleuten hört man jetzt wieder etwas optimistischere Töne.

Von dpa

Nadelbäume in einem Wald sind mit Schnee bedeckt. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild

Nach massiven Waldschäden durch Sturm, Dürre und Borkenkäfer in den vergangenen Jahren sehen die NRW-Forstexperten das neue Waldjahr mit mehr Optimismus. Der Wald habe sich dank des feuchten Winters 2021/22 erholt, die Speicher im Boden seien aufgefüllt, sagte der Sprecher des Landesbetriebs Wald und Holz, Michael Blaschke, zum Tag des Waldes an diesem Montag (21.3.). Allerdings bleibe die Wiederbewaldung in NRW eine Aufgabe für mehrere Jahrzehnte, betonte Blaschke.

In NRW gibt es mehr als 935.000 Hektar Wald. Er besteht zu 58 Prozent aus Laubbäumen, meist Buchen und Eichen. Auf 42 Prozent der Waldfläche wachsen Nadelbäume, vor allem Fichten. Rund 115.000 Hektar, also deutlich mehr als ein Zehntel des Waldes, sind in den vergangenen Jahren zerstört worden. Sie sollen nach den Plänen des Landes als «klimastabiler Mischwald» neu bewaldet werden - teils über natürliche Weiterverbreitung und teils über aktive Anpflanzungen.

Das Thema Borkenkäfer sei natürlich nicht erledigt, sagte Blaschke. Ab 16,5 Grad würden die Tiere, die im Boden und unter Rinden überwintern, wieder aktiv. Dank der besseren Feuchtigkeitsversorgung könnten sich Fichten aber möglicherweise besser aus eigener Kraft gegen die Attacken wehren. Sie bilden Harz zur Abwehr der Käfer, dafür brauchen sie aber Wasser.

In manchen, besonders geschädigten Gebieten, gebe es daneben ein unfreiwilliges Mittel gegen den Käfer: Borkenkäfer nisten sich nur in Fichten ein. In einigen einstigen Fichtengebieten steht aber kein einziger Baum mehr. «Da findet der Käfer schlicht keine Nahrung mehr», sagt Blaschke.

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