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Flüchtlinge

Gebauer: Ukrainische Schulkinder schnell integrieren

Düsseldorf (dpa/lnw)

Geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine sollen in Nordrhein-Westfalen laut der Schulministerin möglichst schnell integriert werden. «Eine separate Beschulung ist die Ausnahme», sagte Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch im Landtagsschulausschuss in Düsseldorf. Verfolgt werde ein integrativer Ansatz. Sobald die Familien einer Kommune zugewiesen seien, bestehe für die Kinder Schulpflicht, sie erhielten dann von den Ämtern einen Schulplatz. In vielen Kommunen werde zusätzlicher Schulraum gebraucht. Auch darüber solle am Donnerstag erneut mit den kommunalen Spitzenverbänden beraten werden.

Von dpa

Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin in Nordrhein-Westfalen. Foto: Sophie Brössler/dpa

Einige privat untergekommene Flüchtlingsfamilien meldeten ihre Kinder auch direkt an einer Schule vor Ort an, schilderte Gebauer. In Abstimmung mit Schulleitung, -träger und -ämtern solle es in diesen Fällen möglichst zu einer Aufnahme kommen. Grundsätzlich habe das Erlernen der deutschen Sprache einen zentralen Stellenwert. Die Kinder könnten je nach Sprachkenntnissen direkt in bestehenden Klassen unterrichtet werden oder zunächst in eigene Lerngruppen gehen, also Willkommens- oder Vorbereitungsklassen.

Wie viele Schüler kommen und wie lange sie bleiben werden, ist Gebauer zufolge noch nicht absehbar. Die Personalressourcen würden gestärkt - etwa über Lehramtsstudenten als Lernbegleiter und über «reaktivierte» pensionierte Lehrkräfte. Es werde auch geprüft, in wieweit Lehrer unter den ukrainischen Flüchtlingen unterstützend eingesetzt werden könnten - hier seien eine zentrale Registrierung und ein spezielles Portal geplant.

Die Ministerin betonte, Schule biete ein Stück Normalität und könne den Geflüchteten wieder ein Sicherheitsgefühl geben. Neben schulpsychologischer Betreuung seien auch außerschulische Angebote geplant - bereits in den Osterferien solle dies starten. Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Sigrid Beer, berichtete von großer Empathie unter den Schülern in NRW. Es brauche auch Impfprogramme für die neu ankommenden Familien und Schüler. Die SPD forderte angesichts der neuen Aufgaben Entlastungen für die bereits «wundgeriebenen» Lehrkräfte.

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