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Wichtige Informationen für Isolation

Gesundheitsämter bekommen bei positiven Corona-Tests keine Laborwerte mitgeteilt

Köln

Rund 70 Prozent der Gesundheitsämter bekommen bei positiven Corona-Tests nicht den Ct-Wert der Infizierten mitgeteilt. Dieser Wert kann aber wichtig sein, wenn es darum geht, zu bestimmen, ob und wie lange ein Infizierter in Quarantäne bleiben muss.

Foto: dpa (Symbolbild)

Gemeinsame Recherchen des WDR, NDR und der Süddeutschen Zeitung haben ergeben, dass nur rund 30 Prozent der Gesundheitsämter in Deutschland wichtige Informationen von den Laboren zu Corona-Infizierten bekommen. So würde meistens der Ct-Wert der Patienten nicht vom Gesundheitsamt mitgeliefert werden. Dieser Wert gibt Informationen darüber, wie ansteckend ein Infizierter tatsächlich ist - und ist somit wichtig für die Bestimmung der Länge der Isolation, oder ob eine Quarantäne überhaupt nötig ist.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gehe man ab einem Ct-Wert von 30 davon aus, dass das Virus im Labor nicht mehr vermehrungsfähig ist und der Infizierte somit auch nicht mehr ansteckend ist. Wenn das Gesundheitsamt den Ct-Wert allerdings nicht kenne, könne es auch nicht die Quarantäne-Dauer anpassen, so das RKI.

Der Vizepräsident der Gesellschaft für Virologie, Uwe Dittmer, fordert deshalb die medizinischen Labore auf, bei positiven Corona-Tests die Laborwerte den Gesundheitsämtern zur Verfügung zu stellen. „Wir werden das künftig machen und es wäre gut, wenn alle Labore in Deutschland das auch machen“, sagte Dittmer dem Recherchenetzwerk von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung.

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