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Gewerkschaft der Polizei beklagt sinkende Hemmschwelle

Düsseldorf (dpa/lnw)

Von dpa

Das Blaulicht eines Polizeifahrzeuges leuchtet. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Die Gewerkschaft der Polizei beklagt einen Anstieg bei schweren Straftaten gegen Polizeibeamte. Zwar gab es 2020 wegen der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr laut Lagebild des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes insgesamt weniger Angriffe auf Polizisten. So ging die Zahl der Widerstandshandlungen von 6221 (2019) auf 4917 zurück. Auch bei tätlichen Angriffen gab es ein leichtes Minus von 1907 auf 1719. Bei den einfachen und schweren Körperverletzungen aber weist die Statistik Anstiege von 95 auf 402 und 276 auf 308 Delikte aus.

Die GdP sieht laut Mitteilung vom Dienstag daher eine weiter gesunkene Hemmschwelle gegenüber Polizisten und spricht von «besorgniserregenden Zahlen».

«In der Vergangenheit ist es häufiger am Rande von Demonstrationen und bei Fußballspielen zu Angriffen auf die vor Ort eingesetzten Polizisten gekommen. 2020 ist das alles fast komplett weggefallen. Dass die Zahl der Angriffe trotzdem nicht gesunken ist, ist ein Warnsignal», sagte Michael Mertens, Landesvorsitzender der GdP in Nordrhein-Westfalen laut Mitteilung.

Bei den fahrlässigen Körperverletzungen stieg die Zahl der Delikte 2020 im Vergleich zum Vorjahr von 0 auf 13 an. Bei Totschlag (2 auf 4) und Mord (2 auf 5) unterscheidet die Statistik nicht zwischen Versuch und Vollendung. In einem der Fälle blieb es nicht bei dem Versuch: Bei einer Wohnungsdurchsuchung hatte 2020 ein Tatverdächtiger auf den Beamten einer Spezialeinheit (SEK) geschossen und ihn dabei getötet.

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