1. www.wn.de
  2. >
  3. Nrw
  4. >
  5. Gläubige in Monschau klagen über Ausschlag durch Aschenkreuz

  6. >

Brauchtum

Gläubige in Monschau klagen über Ausschlag durch Aschenkreuz

Monschau (dpa) - Eine gut gemeinte Aschermittwochsaktion der Kirche im Eifelort Monschau hat offenbar zu Hautproblemen bei mehreren Gläubigen geführt. In sieben Gotteshäusern waren am Mittwoch Gläschen mit einem schon abgefüllten Gemisch aus Asche und Weihwasser hinterlegt worden. Die Idee: Wer wollte, konnte sich eines der Gefäße in einem Tütchen mitnehmen und sich zu Hause ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen - eine Tradition zu Beginn der Fastenzeit in der katholischen Kirche. Das Aschenkreuz «to go» sollte ein besonderer Service in Zeiten der Corona-Pandemie sein.

dpa

Eine Hand zeichnet in einer Kirche ein Aschekreuz auf die Stirn eines Mannes. Foto: Caroline Seidel

Schon bald aber meldeten sich nach Angaben von Gemeindereferentin Monika Breuer Gläubige und klagten über Hautreizungen - über Rötungen, einem Brennen und Pickelchen. «Wir haben sofort alle Tütchen aus den Kirchen entfernt», sagte Breuer am Freitag. Zudem habe man auf allen Wegen versucht, jene zu erreichen, von denen man gewusst habe, dass sie sich ein Gläschen geholt hatten. Insgesamt seien ungefähr 20 Fälle mit Hautreaktionen festgestellt worden. Zwei davon hätten auch von «offenen Stellen» berichtet.

Eine genaue Erklärung für den Vorfall gibt es noch nicht. Eine Google-Recherche der Beteiligten ergab, dass es im Bistum Freibug mal ähnliche Fälle gegeben hatte. «Die haben damals eine große Untersuchung gemacht und führen es darauf zurück, dass Asche und Wasser chemisch reagieren», sagte Breuer. Die Polizei hatte damals mitgeteilt, dass eine «alkalische Mixtur» entstanden sei, die Verätzungen verursache. «Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir die Asche trocken in die Gläschen getan.» Nun sei geplant, auch die Asche aus Monschau untersuchen zu lassen.

Die Aktion sei gut gemeint gewesen, sagte die Gemeindereferentin betroffen. «Es ist natürlich schrecklich, dass sich Menschen mit dem verletzt haben, was wir an Gutem tun wollten.» «Aachener Nachrichten» und «Aachener Zeitung» hatten berichtet.

© dpa-infocom, dpa:210219-99-508673/3

Startseite