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Wahlkampf

Grüne: Kostenfreies Kita-Essen und günstige Schulverpflegung

Düsseldorf (dpa/lnw)

Wahlkampf-Killer wie verpflichtende «Veggie-Days» sparen sich die Grünen in NRW. Ihre Spitzenkandidatin Neubaur hat dennoch einen klaren Plan für eine bessere Ernährung in NRW. Ihr Ziel: kostenloses Essen in der Kita und günstiges auch in allen Schulen des Landes.

Von dpa

Die Kinder essen ihr Mittagessen. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild

Die Grünen wollen eine gesunde, kostenfreie Kita-Verpflegung und günstiges Schulessen einführen, falls sie in der neuen Wahlperiode in Nordrhein-Westfalen mitregieren. In Unimensen und Betriebskantinen planen sie zudem «eine Qualitätsoffensive», wie die Grünen-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 15. Mai, Mona Neubaur, der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf sagte. In NRW würden täglich etwa 3,5 Millionen Menschen mit Gemeinschaftsverpflegung versorgt. Damit liege hier «ein effektiver Hebel» für eine nachhaltige Ernährung.

In einem Positionspapier der Spitzenkandidatin und des Agrarexperten der Grünen-Landtagsfraktion, Norwich Rüße, heißt es, in Kantinen müssten «täglich auch rein pflanzliche und vegetarische Gerichte auf dem Speiseplan stehen». Um Lebensmittelabfälle zu reduzieren, sollten sich Kantinen auf wenige, aber hochwertige Angebote konzentrieren. Die Kantinenrichtlinie des Landes sei an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) anzupassen. Auf verpflichtende «Veggie-Days», die den Grünen in früheren Wahlkämpfen den Vorwurf der Bevormundung und Besserwisserei eingetragen hatten, verzichten sie in ihrem Programm.

Stattdessen wollen sie ein Förderprogramm für mindestens 300 Kantinen aufsetzen, die wenigstens 30 Prozent ihrer Produkte aus dem Ökolandbau beziehen - «so viel wie möglich regional, direkt von den Betrieben oder regionalen Vertriebsnetzen». Rüße unterstrich: «Neben der Klimakrise und dem voranschreitenden Artensterben zeigt aktuell der Krieg in der Ukraine auf, wie wichtig eine regionale Landwirtschaft ist». Die Regional- und Direktvermarktung müssten - gerade mit Fokus auf die Gemeinschaftsverpflegung - gestärkt und finanzielle sowie bürokratische Hürden für kleine und mittlere Betriebe gesenkt werden. «So schützen wir unser Klima, unsere Umwelt und verringern zugleich unsere Abhängigkeit von brüchigen globalen Lieferketten.»

Die Grünen streben außerdem an, die Ernährungsbildung des Kita- und Schulpersonals zu stärken und Kindergärten sowie Schulen mit einer Kücheninfrastruktur auszustatten, die die Zubereitung frischer Speisen ermöglicht. Das sei vor allem für Kinder aus ärmeren Familien wichtig, die Studien zufolge seltener frisches Gemüse und Obst bekommen. Handlungsbedarf sieht die Partei auch bei einer Überarbeitung der rechtlichen Regelungen für Mindesthaltbarkeits- und Verfallsdaten.

Ihre Vorschläge fußen auf einer Ernährungsstudie, die die Landtagsfraktion in Auftrag gegeben hatte. Bei der Vorstellung hatte der Münsteraner Ernährungswissenschaftler Guido Ritter im vergangenen November berichtet: «Nur in circa 30 Prozent der Kitas und in 14 Prozent der Schulen wird frisch vor Ort gekocht.» Qualitätsstandards der DGE würden unterschritten, vor allem Fleisch und Wurst zu häufig angeboten.

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