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Gutachter: Aktenführung im Erzbistum Köln mangelhaft

Köln (dpa) - Der Strafrechtler Björn Gercke, der in den vergangenen Monaten den Umgang mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Köln untersucht hat, hat die Aktenführung des Bistums als äußerst mangelhaft kritisiert. «Wir haben erhebliche Mängel im Hinblick auf die Organisation des Aktenbestands sowie der Aktenführung im Erzbistum festgestellt. Wir haben bei einigen Akten den Eindruck gewonnen, dass Aktenbestandteile fehlten, da die Verfahrensführung nicht nachvollziehbar war», sagte er.

dpa

Strafrechtler Björn Gercke stellt bei einer Pressekonferenz ein Gutachten zum Umgang des Erzbistums Köln mit sexuellem Missbrauch vor. Foto: Ina Fassbender

Gercke stellte am Donnerstag sein 800 Seiten starkes Gutachten vor. Die Auswertung der Akten von 1975 bis 2018 habe unter anderem ergeben, «dass sich Jahrzehnte offenbar niemand getraut hat, solche Fälle zur Anzeige zu bringen», kritisierte Gercke.

Ein erstes Gutachten einer Münchner Kanzlei war vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki unter Verschluss gehalten worden, wofür er rechtliche Bedenken anführte. Dieses Verhalten Woelkis hatte eine Vertrauenskrise im größten deutschen Bistum ausgelöst.

© dpa-infocom, dpa:210318-99-872338/3

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