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Sommer im Münsterland

Von der Kleidung bis zur Wohnung: Tipps gegen Hitze

Münsterland

Eine Hitzewelle hat Deutschland und auch das Münsterland erreicht. Temperaturen von bis zu 40 Grad sind möglich. Wir geben Tipps, was zu beachten ist und wie die Temperaturen auszuhalten sind.

Eine Hitzewelle erreicht Mitte Juli Deutschland – und auch das Münsterland. Temperaturen von knapp 40 Grad sind möglich. Mit einigen Tipps lassen sich jedoch auch hohe Temperaturen aushalten.

Genug Wasser trinken

Bei Hitze ist Trinken angesagt – am besten deutlich mehr als die üblichen 1,5 Liter. Dabei bringt es aber nichts, auf Vorrat zu trinken. Denn der Körper kann Wasser nicht speichern. Darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin. Besser ist es, über den Tag verteilt, Flüssigkeiten zu sich zu nehmen – etwa alle zwei Stunden ein Glas. Erinnerungen auf dem Smartphone oder eine Trinkliste für den Tag zum Abhaken können dabei helfen.

Alles, was hilft, um an heißen Tagen mehr zu trinken: Mit Kräutern, Obst- und Gemüseschnitzen lässt sich Wasser wunderbar aufpeppen. Foto: IMAGO/MiS

Mit ein paar Tricks lässt sich das Wasser einfach aufpeppen, zum Beispiel mit gewaschenem und geschnittenem Bio-Obst, Bio-Kräutern, einem Schuss Saft oder mit Gurke, etwas Dill, frischen Ingwerscheiben oder Minzblättchen. Ein weitere Alternative ist, Flüssigkeit zu „essen“. Ideal sind Gemüse- und Obstsorten, die viel Wasser enthalten, also etwa Gurken, Blattsalate, Tomaten, Wassermelonen und Erdbeeren. Zwischendurch darf es aber auch mal ein Eis sein.

Wohnraum kühl(er) halten

Ist die Hitze mal im Haus, kann man wenig machen. Daher lautet die Prämisse für das Hitze-Wochenende: Nachts und vor allem früh morgens lüften. Zugleich rät die Verbraucherzentrale NRW, tagsüber die Fenster nicht zu oft und wenn auch nur kurz zu öffnen, um frische, sauerstoffhaltige Luft hineinzulassen. Der zweite wichtige Tipp gegen die Erwärmung der Wohnräume lautet: Tagsüber die Fenster verschatten, damit die Sonnenenergie nicht durch die Scheibe in den Wohnraum gelangt. Das geht am besten mit außenliegenden Rollläden, Jalousien und Fensterläden.

Wer diese etwa im Mietshaus nicht hat, kann helle oder reflektierenden Materialien innen am Fenster anbringen. Außerdem sollte man Wärmequellen, die man nicht unbedingt braucht, ausschalten. Jeder Computer, jeder Fernseher und jede Lampe trägt zur Erhitzung der Zimmer bei. „Ziehen Sie den Stecker, falls Sie die Geräte gerade oder für längere Zeit nicht nutzen – statt nur in den Stand-by-Modus zu gehen“, so die Verbraucherzentrale NRW.

Mit richtiger Kleidung vor Sonne schützen

Das Bedürfnis, sich bei heißen Temperaturen die Kleider vom Leib reißen zu wollen, ist gut begründet: Unter zu dicken oder zu engen Kleidungsstücken staut sich die Wärme. Lockere Kleidung lässt die Luft besser zirkulieren und natürliche Materialien wie leichte Baumwolle, Leinen oder Seide kühlen den Körper. Auf Polyester, Nylon und Acryl sollte man bei Hitze lieber verzichten. Beim Schwitzen leiten diese Kunstfasern die Feuchtigkeit zwar gut ab, erzeugen aber schnell Schweiß-Geruch. Dementsprechend eigenen sie sich als Sportkleidung, sollten aber danach gewechselt werden.

Eine Kopfbedeckung ist bei viel Sonne immer eine gute Idee. Foto: picture alliance/dpa | Stefan Sauer

Bei viel Sonne sollte die Kleidung auch vor UV-Strahlen schützen. Da ist vor allem die Grundstruktur des Materials entscheidend, unabhängig von der Faserart. Es sollte über eine gewisse Dichte verfügen. Denn: je durchlässiger das Material, desto geringer der Schutz. Doch auch die Farbe spielt bei der Schutzwirkung eine Rolle. Dunkle Textilien absorbieren meist mehr UV-Licht als weiße Textilien. Allerdings: Weiße Polyester-Textilien können durchaus einen hohen Sonnenschutz bieten. Denn Synthesefasern wie Polyester sind überwiegend mit dem Pigment Titandioxid versetzt, damit der Stoff nicht so glänzt. Und dieses Pigment ist auch in Sonnencreme enthalten.

Nicht nur für den UV-Schutz der Kleidung spielt die Farbe eine Rolle. Sondern auch dabei, wie stark Textilien Wärme aufnehmen und speichern. An dieser Stelle wird es physikalisch: Schwarz verschluckt Licht und wandelt es in Wärme um - Weiß reflektiert es. Wer an heißen Tagen also zu Weiß, Pastellfarben und Sandtönen greift, profitiert von diesem physikalischen Effekt.

Hitze-Symptome ernst nehmen

Unabhängig von der Außentemperatur muss der menschliche Organismus konstant die Körpertemperatur auf etwa 37 Grad halten. Bei Hitze muss er Wärme abführen. Das geschieht durch verstärktes Schwitzen; bei 32 Grad kann die Haut bis auf das Acht- oder Zehnfache durchblutet werden. Die Organe würden dadurch herunterfahren und zum Beispiel Leber, Herz, der Verdauungstrakt oder das Gehirn nicht mehr richtig mit Blut versorgt.

Sonnencreme ist im Sommer ein Muss. Foto: dpa

Solche Probleme entstehen vor allem bei sehr jungen Menschen, also Säuglingen – und bei Älteren. Wer Vorerkrankungen oder ein geschädigtes Organ hat, spürt die Auswirkungen von Hitze häufig als erstes. Die Symptome treten meist erst ab dem zweiten oder dritten Hitzetag auf, sind dann aber unbedingt ernst zu nehmen. Zu den hitzebedingten Gesundheitsgefahren gehören unter anderem:

  • Überhitzung: Kann der Körper die Wärme nicht ausreichend abführen, steigt die Körpertemperatur und es kann zur Überhitzung kommen. Klassische Anzeichen dafür sind Kopfschmerzen und Muskelprobleme, weil durch die verstärkte Durchblutung der Haut die Durchblutung der Muskeln vernachlässigt wird. Das kann zu Kraftlosigkeit führen. Dann gilt: Unbedingt Temperatur messen! Wenn diese Richtung 39 Grad oder mehr geht, sollte man sofort in die Notaufnahme oder den Notarzt rufen. Kommt es zu einem Hitzschlag, droht Lebensgefahr.
  • Hitzschlag: Er ist die gefährlichste Folge von Hitze. Die Körpertemperatur kann 40 Grad übersteigen, oftmals rast das Herz. Dieser Zustand kann zur Bewusstlosigkeit führen, weil das Regulierungssystem des Körpers zusammenbricht. Erkennbar ist er auch an der roten, heißen und trockenen Haut des Betroffenen.
  • Hitzekollaps: Der Blutdruck kann bei Hitze auf ein kritisches Niveau absinken. Die schlechtere Durchblutung des Gehirns ist eine Folge davon. Neben Schwindel und Kopfschmerzen kann das auch zu einem Kollaps mit kurzfristiger Bewusstlosigkeit führen.
  • Hitzekrämpfe: Meistens treten Krämpfe in den Muskeln bei zu viel Anstrengung auf. Oft entstehen sie, wenn der Körper durch übermäßiges Schwitzen mit dem Schweiß zu viel Salz verliert. Tipp: Dann helfen elektrolytehaltige Getränke, Ruhe und eine kühle Umgebung. Wenn die Krämpfe nach einer Stunde nicht nachlassen, gehen Sie zur Abklärung besser zum Arzt, rät der Deutsche Wetterdienst.
  • Sonnenstich: Die pralle Sonne kann einen Sonnenstich hervorrufen. Dabei entzünden sich die Hirnhäute. Das Ganze kann auch zu einem Hirnödem, also zu einer Schwellung des Hirngewebes führen. Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Tipp: Schnelle Kühlung ist wichtig, zum Beispiel mit nassen Tüchern auf der Stirn. Unbedingt in den Schatten gehen. Eine Kopfbedeckung kann vorbeugend schützen, sofern sie nicht zu dick und fest ist. Andernfalls kann sich die Hitze darunter stauen.
  • Hitzeausschlag: Von Hitzepickeln sind vor allem Babys und Kleinkinder betroffen. Die kleinen, roten Pickelchen oder Bläschen sind eine Reaktion der Haut auf die verstärkte Schweißabsonderung. Sie sind nicht gefährlich, aber lästig. Tipp: Die betroffenen Stellen trocken halten und keine Salben oder Cremes darauf verteilen, sondern allenfalls Talkumpuder. Der feine Puder saugt Nässe auf.

Wichtig: Werden Kinder bei Hitze apathisch, sollten Eltern schnell reagieren. Erste-Hilfe-Maßnahmen sind Schatten, Ruhe und Beine hochlegen. Im Zweifelsfall den Kinderarzt aufsuchen.

Babys und Kinder sowie Kranke schützen

Kinder sollen nicht zu lange in der Sonne sein. Das Portal Kindergesundheit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät, Babys im ersten Lebensjahr grundsätzlich aus direkter Sonne fernzuhalten. Über den UV-Index vom Bundesamt für Strahlenschutz sehen Eltern, wie stark die Sonneneinstrahlung aktuell in ihrer Region ist. Eine Dusche kann auch helfen, den Körper abzukühlen. Das ist besonders angenehm vor dem Zubettgehen. Wichtig ist dann nur, lauwarm und nicht kalt zu duschen. Sonst wird die Durchblutung zusätzlich angekurbelt. Tipp: Die Haut anschließend nur trockentupfen. Wenn die Feuchtigkeit verdunstet, erfrischt das zusätzlich.

Kinder sollen nicht zu lange in der Sonne sein. Foto: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich

Chronisch kranke Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten einmal die Präparate mit ihrem Arzt oder Apotheker durchgehen, bevor der Sommer beginnt. Denn die Einnahme mancher Medikamente kann bei hohen Temperaturen schädlich sein. Bei Hitzeperioden kann es daher sinnvoll sein, einige Medikamente zu reduzieren oder sogar zu pausieren. Schmerzpflaster können beispielsweise durch Hitze eine erhöhte Dosis absondern.

Auch der Natur macht die Sonne zu schaffen

Die Forstleute warnen wegen der zunehmenden Trockenheit vor steigender Waldbrandgefahr in den kommenden Tagen, wie das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (Lanuv NRW) mitteilt. Besonders gefährdet seien auch Fichten-Schadflächen, auf denen Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer zu einer Zunahme von trockenen Holzresten geführt haben.

Die meisten Brände würden durch Menschen verursacht, hieß es. Das Umweltministerium und der Landesbetrieb Wald und Holz NRW riefen deshalb zu besonderer Vorsicht im Wald auf. Es sei das Rauchverbot vom 1. März bis zum 31. Oktober zu beachten. Zur Waldbrandvorsorge wurde der Verwarnungs- und Bußgeldkatalog deutlich verschärft. So werde das Feuermachen im Wald mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro (bisher bis 1020 Euro) geahndet. Wer vom März bis Oktober im Wald beim Rauchen erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 150 Euro (bisher 80 Euro) rechnen.

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