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Hunderte Polizisten bei Drogen-Razzia im Einsatz

Wilhelmshaven (dpa/lni)

Mit einem Großaufgebot rückt die Polizei zu einer Razzia gegen die Drogen-Szene in Wilhelmshaven aus. Insgesamt gibt es 29 Beschuldigte - zwei Männer sind in Haft. Um auf die Spur der Kriminellen zu kommen, nutzten die Beamten auch entschlüsselte Chatdaten.

Von dpa

Ein Polizist steht vor einem Streifenwagen mit Blaulicht. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Mit Hunderten Beamten und knapp 30 Spürhunden ist die Polizei bei einer großangelegten Razzia gegen mutmaßliche Drogenhändler in Wilhelmshaven vorgegangen. Insgesamt wurden am Dienstagmorgen fast 40 Objekte durchsucht, darunter Wohnungen, Gärten, Keller- und Geschäftsräume, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Die meisten Durchsuchungen gab es im Wilhelmshavener Stadtgebiet. Zudem standen vier Objekte in Neuharlingersiel (Kreis Wittmund), Zetel (Kreis Friesland) und in Burscheid in Nordrhein-Westfalen im Fokus der Ermittler.

Die Ermittlungen richteten sich laut Polizei gegen insgesamt 29 Männer und Frauen zwischen 19 und 62 Jahren. Sie stehen im Verdacht, sich unabhängig voneinander wegen verschiedener Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetzes strafbar gemacht zu haben - vor allem sollen sie gewerbsmäßig mit Drogen gehandelt haben. Einen Clan- oder Banden-Hintergrund gebe es nicht, sagte die Polizeisprecherin.

Einen 26-Jährigen und einen 27-Jährigen verhaftete die Polizei wegen mutmaßlichen Drogenhandels. Gegen beide Männer lagen Haftbefehle vor. Insgesamt wurden mehr als 20 Beschuldigte von den Beamten erkennungsdienstlich erfasst. Ein 19-jähriger Beschuldigter leistete bei dem Einsatz Widerstand gegen die Polizei.

«Hintergrund der Durchsuchungen sind verschiedene Ermittlungskomplexe, wo es auch in der Vergangenheit schon Durchsuchungen gegeben hat», sagte die Polizeisprecherin. Anfang Mai war es bereits in Wilhelmshaven, Sande und Aurich zu Durchsuchungen gekommen, bei denen Beamte mehrere Kilo Drogen mit einem Marktwert von rund einer halben Million Euro sicherstellten und Beschuldigte festnahmen. Die nachfolgenden Ermittlungen hätten nun zu den Durchsuchungen am Dienstag geführt, teilte die Polizei mit.

Hinweise zu den nun Beschuldigten erhielten die Ermittler zudem auch über Auswertungen von Daten des Chat-Anbieters Encrochat. Diese vermeintlich abhörsichere Plattform hatten Kriminelle für ihre Kommunikation mit verschlüsselten Kryptohandys genutzt. Sie war aber von französischen Ermittlern geknackt worden, die Daten wurden deutschen Sicherheitsbehörden übergeben.

Bei den Durchsuchungen am Dienstag fanden die Beamten neben einer geringen Menge Drogen mehr als 81 000 Euro Bargeld, einen Nachbau einer Maschinenpistole, eine Schreckschusspistole sowie verschiedene Schlagwerkzeuge. Außerdem wurden Datenträger und Laptops sowie ein Auto sichergestellt. Die Beweise sollen nun ausgewertet werden.

Der Polizeivizepräsident der Polizeidirektion Oldenburg, Andreas Sagehorn, sagte, mit den Durchsuchungen habe ein gezielter Schlag gegen die Drogenkriminalität in Wilhelmshaven gesetzt werden können. «Es ist wichtig zu zeigen, dass die handelnden Personen zur Verantwortung gezogen werden», teilte Sagehorn mit. Den Großeinsatz hatte die Polizei nach eigenen Angaben akribisch geplant. Neben Beamten der Polizeidirektion Oldenburg waren auch Kräfte der Bereitschaftspolizei und der Steuerfahndung im Einsatz.

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