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Laschets Rede im Merz-Land

„Ich will es einfach nur machen“

Kirchveischede

Hier im tiefen Sauerland ist Merz-Land. Doch die Gelegenheit zum Heimspiel ist Friedrich Merz, dem im nahen Arnsberg lebenden Kandidaten für den CDU-Vorsitz, beim 19. politischen Aschermittwoch der NRW-CDU in Kirchveischede nicht vergönnt.

unserem Korrespondenten Hilmar Riemenschneider

Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht in der Schützenhalle Lennestadt-Kirchveischede. Foto: dpa

Hier im tiefen Sauerland ist Merz-Land. Doch die Gelegenheit zum Heimspiel ist Friedrich Merz, dem im nahen Arnsberg lebenden Kandidaten für den CDU-Vorsitz, beim 19. politischen Aschermittwoch der NRW-CDU in Kirchveischede nicht vergönnt. Die Bühne gehört an diesem Tag Landesparteichef und Mitbewerber Armin Laschet, für den dieser Auftritt angesichts eines übergroßen Merz-Fanlagers unter den rund 650 Zuhörern zur Herausforderung wird.

Doch seinen Konkurrenten um die Parteispitze erwähnt er nicht, widmet ihm fast zum Schluss einen Nebensatz. Stattdessen legt der Ministerpräsident erst mal seine Wirtschaftspolitik ins Schaufenster: Von den Entfesselungspaketen der Landesregierung profitiere der starke Mittelstand in Südwestfalen. „Das Bewusstsein, dass man um Arbeitsplätze kämpfen muss, unterscheidet uns von den Mitbewerbern“, attackiert Laschet die Grünen.

Ihnen wirft er „Arroganz gegenüber dem ländlichen Raum“ vor. Der meist nur freundliche Applaus im Saal steigert sich hier noch deutlicher, als der Ministerpräsident die Proteste der auch vor der Halle wartenden Landwirte am Brandenburger Tor in Berlin unterstützt: „Ich glaube, mancher in Berlin Mitte hat zum ersten Mal einen Traktor gesehen.“

Gegen die AfD

Ausführlich setzt Laschet sich mit der AfD auseinander, die ein Klima der Aggression schüre, in dem binnen neun Monaten drei rechtsextremistische Anschläge verübt wurden. „Wir müssen alles dafür tun, dass diejenigen, die die Worte dafür liefern, aus unseren Parlamenten verschwinden“, sagt er und erwähnt kurz das Merz-Versprechen, die AfD zu halbieren: „Aber wie?“ Das schaffe die CDU nur mit solider Politik.

Ganz am Ende seiner 40-minütigen Rede stolpert die bis dahin vermiedene Bewerbung aus Laschet heraus, wird er plötzlich zum Kandidaten: Als er über die zupackende NRW-Innenpolitik spricht, dreht er den Bogen auf den CDU-Bundesvorsitz: „Ich will einfach nur: es machen“, sagt er. „Umsetzen und machen.“

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