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Karnevalisten rechnen mit hoher Beteiligung an Friedensdemo

Köln (dpa)

Die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg: Der Karneval steht unter keinen guten Vorzeichen. Das Party-Niveau von Vor-Corona-Zeiten kommt wohl auch deshalb noch nicht zurück. In Köln wird weiter an den Plänen für eine rosenmontägliche Friedensdemo gebastelt.

Von dpa

Eine Demonstrantin hält ein Plakat mit einem Herz in den Farben der ukrainischen Flagge. Foto: David Young/dpa/Symbolbild

Nach einem vielerorts gedämpften Beginn des Straßenkarnevals richten sich vor allem in Köln die Blicke auf einen Rosenmontag unter Eindruck des Krieges in der Ukraine. Geplant ist eine Friedensdemo, bei der das Festkomitee Kölner Karneval mit vielen Menschen rechnet. «Die Kölner können nicht nur Party machen, die können nicht nur feiern. Die können auch Solidarität zeigen», sagte Komitee-Sprecher Michael Kramp am Freitag dem Sender WDR5. Er sei sich sicher, dass viele Kölner dem Aufruf folgen werden. «Weil die eben auch ein Ventil brauchen. Die wollen etwas tun für die Menschen in der Ukraine.»

Das Festkomitee Kölner Karneval hatte am Donnerstag angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine das geplante Rosenmontagsfest mit einem Umzug im Kölner Stadion abgesagt. Stattdessen soll es eine Friedensdemo in der Innenstadt geben. Dabei sollen auch die Karnevalswagen gezeigt werden - insbesondere jene, die den russischen Präsidenten Wladimir Putin und die Situation in Osteuropa zum Thema haben.

Wie genau die Demo ablaufen soll, sei noch unklar, sagte Kramp auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Im Verlauf des Freitags war seinen Angaben zufolge ein Gespräch des Festkomitee-Vorstands mit der Kölner Polizei geplant, in dem Fragen wie der Zugweg und die Teilnehmerzahl erörtert werden sollten. Auch ob die Teilnehmer kostümiert sein sollen, sei noch nicht geklärt.

Der Straßenkarneval war am Donnerstag eröffnet worden. In Köln war die traditionelle Auftakt-Veranstaltung in der Innenstadt trotz des Krieges nicht abgesagt worden.

Nach Angaben der Kölner Polizei verlief der Tag mit 270 Karnevalseinsätzen deutlich ruhiger als in den Jahren vor der Corona-Pandemie. 36 Menschen seien in Gewahrsam genommen worden, sieben Verdächtige seien festgenommen worden. Es habe neun Anzeigen wegen sexueller Belästigung oder Nötigung gegeben.

Eine Polizistin und ein Polizist wurden den Angaben zufolge verletzt, als sie gegen einen 19-Jährigen einschritten, der Passanten belästigt haben soll. Die Beamtin erlitt einen Sprunggelenkbruch, ihr Kollege wurde leicht verletzt.

Die Bundespolizei berichtete ebenfalls von weniger Einsätzen. Beamte stellten unter anderem einen Mann in einem Huhn-Kostüm, der auf Bahngleisen unterwegs war. Die Polizei im benachbarten Düsseldorf erklärte, dass die Appelle der vorangegangenen Tage offenbar gefruchtet hätten: «Es kamen deutlich weniger Jecken, um in der eingerichteten «Brauchtumszone» zu feiern.»

Laut Corona-Schutzverordnung ist das Karnevalfeiern in NRW draußen in sogenannten Brauchtumszonen unter 2G-plus-Bedingungen erlaubt. Köln hat für die Karnevalstage das gesamte Stadtgebiet zur «Brauchtumszone» erklärt, so dass für Jecken überall im öffentlichen Raum 2G plus gilt. Das heißt: Genesene oder zweifach Geimpfte brauchen einen aktuellen negativen Test oder eine dritte Impfung (Booster). In Kneipen müssen auch Geboosterte einen aktuellen Schnelltest vorweisen.

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