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Gesundheit

Kita, Schule, Sport: Welchen Corona-Ausweg nimmt NRW?

Die coronabedingten Einschränkungen durchdringen quasi alle Bereiche. Ungeduldig warten und hoffen die Bürger auf eine Rückkehr zur Normalität. Nach einem Gipfeltreffen der Regierenden stellt sich auch die Frage: Wie geht es weiter in NRW?

dpa

Armin Laschet (CDU) nimmt an einer Landtagssitzung teil. Foto: Federico Gambarini

Düsseldorf (dpa/lnw) - Große Beschlüsse sind nicht angekündigt, dennoch erwarten die Bürger von der Bund-Länder-Konferenz heute Fortschritte aus der Corona-Krise. Auch in Nordrhein-Westfalen sind noch viele Fragen offen: Wie geht es konkret weiter mit der Rückkehr in Kitas und Schulen? Bis wann werden coronabedingte Kontaktbeschränkungen im Alltags- und Berufsleben verlängert? In NRW gilt die Coronaschutzverordnung zunächst nur noch bis zum 3. Mai.

Es wird erwartet, dass NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstag nach dem Gespräch der Bundeskanzlerin mit den 16 Länderchefs Antworten zum weiteren Weg in NRW gibt. In Kitas und Schulen stehen die Zeichen nach entsprechenden Empfehlungen der Familien- und der Kultusminister (KMK) auf schrittweise Öffnung.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte nach dem KMK-Beschluss am vergangenen Mittwoch bereits in Aussicht gestellt, dass «frühestens ab dem 7. Mai» Viertklässler und der Prüflingsjahrgang 2021 nach wochenlanger Pause wieder in die Schulen zurückkehren könnten. Über die konkrete Ausgestaltung soll erst nach Abstimmungsgesprächen mit Akteuren aus dem Bildungsbereich informiert werden.

Der Wiedereinstieg in die Kitas soll laut Konzept der Familienminister nach einem Vier-Stufen-Konzept erfolgen. Auf dem Weg ist NRW mit seiner bereits erweiterten Notbetreuung, die unter anderem berufstätigen Alleinerziehenden offensteht, schon weit vorangeschritten. Die schwarz-gelbe Landesregierung dringt seit Wochen darauf, die Lebenswirklichkeit und die Risiken von Kindern stärker in den Blick zu nehmen, die wochenlang keine Kitas, Schulen, Sport- und Spielplätze besuchen dürfen. Konkrete Daten, wann es mit der Rückkehr in den Kita-Regelbetrieb weitergeht, wurden allerdings noch nicht genannt.

«Mit Rücksicht auf die unterschiedliche Situation der Länder haben wir in dem Beschluss ganz bewusst keine fixen Zeitpläne vorgelegt, sondern einen Rahmen definiert, in dem vorsichtige und für die einzelnen Länder passgenaue Schritte möglich sind», sagte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. «Meine herzliche Bitte an die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten ist nun, dass sie dem einstimmigen Vorschlag der 16 zuständigen Länderminister sowie der Bundesfamilienministerin folgen und sich anschließen. Die Belange von Kindern müssen endlich ernster genommen werden.»

Klarheit herrscht in NRW schon bei den Gottesdiensten. Ohnehin waren sie trotz Corona im bevölkerungsreichsten Bundesland nie verboten. Die Kirchen und Glaubensgemeinschaften hatten wegen der Infektionsgefahr aber freiwillig auf die üblichen Versammlungen ihrer Gläubigen verzichtet. Die Landesregierung und Kirchenvertreter haben sich in NRW darauf geeinigt, ab Mai unter strengen Corona-Schutzmaßnahmen wieder langsam zu religiösen Treffen mit größerer Öffentlichkeit zurückzukehren. Das Thema soll auch bei der Bund-Länder-Konferenz beraten werden.

Antworten könnte es dort auch auf die Frage geben, wie es mit Großveranstaltungen weitergeht. Wegen der Ansteckungsgefahr sind sie mindestens bis Ende August bundesweit untersagt. Von dem Verbot betroffen sind unter anderem Konzerte, Schützenfeste oder Kirmes-Veranstaltungen. Konkrete Regelungen zur Größe der betroffenen Veranstaltungen ist Ländersache.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte am Mittwoch im Landtag eingeräumt: «Was mir richtig leid tut, ist, dass ich überhaupt keine Idee habe, wie wir wieder Volksfeste machen können.» Auch wie normale Gaststätten und Kneipen wieder eröffnet werden könnten, wisse er nicht.

Noch in dieser Woche solle aber eine gemeinsame Linie für das «schwierige Thema» gefunden werden, wieder Sozialkontakte in Alten- und Behinderteneinrichtungen zuzulassen. «Die Wahrheit ist, dass unser Land noch sehr lange mit dem Virus leben muss», sagte Laumann. Es werde die Gesellschaft «weit bis ins nächste Jahr begleiten».

Eigene Wege gehen die Länder bislang bei der Öffnung von Sport- und Kulturstätten. NRW blickt dabei nicht nur auf den Breitensport, sondern mit besonderem Interesse auch auf den heiß diskutierten Bundesliga-Start. NRW hat sieben Fußballvereine in der Bundesliga.

Gemeinsam mit Baden-Württemberg und Niedersachsen hat NRW bereits einen Stufenplan vorgelegt, der über den Mai gestreckt in drei Etappen die Öffnung von Zoos, Freizeitparks, Museen, Hotels und Gastronomie bis hin zu Theatern, Konzerthäusern und Kinos vorsieht.

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