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Klimawandel

Klimaklage in Hamm: Gutachten nach Ortstermin bis Ende 2022

Hamm (dpa/lnw)

Im Fall einer Klimaklage eines peruanischen Bauern gegen das Energieunternehmen RWE rechnet das Oberlandesgericht Hamm (OLG) für die erste Jahreshälfte 2023 mit der nächsten mündlichen Verhandlung. Das teilte das Gericht am Freitag mit. Bis Ende 2022 sollen mehrere Sachverständige ein Gutachten zu einem Gletschersee in der Heimat des Klägers vorlegen. Im Mai waren zwei Richter des 5. Zivilsenats des OLG zusammen mit Vertretern aller Streitparteien zu einem Ortstermin nach Peru gereist. Die Gutachter haben dort Messungen vorgenommen, Bodenproben entnommen und Aufnahmen mit Drohnen gemacht. Offen geblieben waren Fragen zur Geschichte des Gletschersees. Der Kläger muss hierzu Antworten bis zum 27. Juli 2022 liefern.

Von dpa

Der peruanische Bergbauer Saul Luciano Lliuya (M) steht vor einem peruanischen Gerichtshof. Foto: Steven Guio Osorio/dpa/Archivbild

Wie das Verfahren weitergeht und ob ein zweites Gutachten vom Gericht in Auftrag gegeben wird, hängt vom Ergebnis des ersten Gutachtens ab, heißt es in der Mitteilung.

Der Bergbauer Saúl Luciano Lliuya verlangt von RWE, 0,47 Prozent der Kosten für Schutzmaßnahmen für sein Haus und sein Dorf zu übernehmen. Der Kläger wirft dem deutschen Unternehmen vor, durch die produzierten CO2-Emissionen zum Teil mitverantwortlich für den Klimawandel zu sein. Lliuya ist der Auffassung, dass durch die Folgen ein Gletscher in den Anden schmilzt und das Schmelzwasser sein Haus und das Dorf bedroht. Ob es ein rechtliches relevantes Risiko für das Haus des Klägers gibt, soll das zweite Gutachten beantworten.

Die Kosten für die Reise nach Peru beziffert das OLG Hamm auf 320.000 Euro. Der Kläger musste die Summe vorstrecken. Mit dem Urteil wird das Gericht entscheiden, wer die Kosten am Ende tragen muss. Unterstützt wird der Bergbauer von der Umweltorganisation Germanwatch.

Das Landgericht Essen hatte einen zivilrechtlichen Anspruch in der ersten Instanz noch abgelehnt.

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