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Gasversorgung

Kommunale Unternehmen warnen vor Turbulenzen bei Stadtwerken

Berlin (dpa)

Angesichts der Turbulenzen beim größten deutschen Gasversorger Uniper hat der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vor einer Kettenreaktion gewarnt, die auch die Stadtwerke erfassen könnte. Es sei «gut und richtig», dass die Bundesregierung bei Uniper handlungsbereit sei, sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing der «Rheinischen Post» (Samstag). «Was jetzt dringend folgen muss, ist eine Anpassung des Energiesicherungsgesetzes mit besseren Instrumenten, um die Preisspirale zu dämpfen und die Versorgungssicherheit zu erhalten», betonte Liebing.

Von dpa

Blick in das Foyer der Hauptverwaltung. Foto: Oliver Berg/dpa

Er warnte davor, die unmittelbare Weitergabe der gestiegenen Beschaffungskosten an die Kunden zuzulassen. Zum einen helfe diese Preisweitergabe den Stadtwerken wenig, so Liebing. «Zum anderen werden viele Kunden die höheren Preise nicht zahlen können. Das wiederum würde auch viele unserer eigentlich kerngesunden Stadtwerke in Liquiditätsnöte und schlimmstenfalls an den Rand der Insolvenz bringen», warnte der VKU-Chef. «Wenn dann eine kritische Masse an Stadtwerken kippen würde, könnte das eine Kettenreaktion auslösen. Das könnte zu chaotischen Zuständen am Energiemarkt führen, die definitiv die gesamte Energiewirtschaft in die Bredouille bringen und die Versorgungssicherheit quasi von Grund auf gefährden würde.»

Zielführender sei es, wenn der Bund Unternehmen wie Uniper schon auf der Importstufe stütze. «Je frühzeitiger und weiter vorn in der Wertschöpfungskette der Bund eingreift, desto besser für Energiewirtschaft und Kunden.» Auch Stadtwerke und kommunale Energieversorger müssten im außerbörslichen Handel abgesichert werden, anstatt nur auf die Preis-Weitergabe an die Kundinnen und Kunden zu hoffen, so Liebing weiter.

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