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Prozesse

Kopfschuss nach Drogen-Streit: Acht Jahre Haft für Schützen

Köln (dpa/lnw) - Nach einem - wie durch ein Wunder nicht tödlichen - Kopfschuss bei einem Drogen-Streit hat das Kölner Landgericht den Schützen zu acht Jahren Haft verurteilt. Es sprach den 43-Jährigen am Donnerstag unter anderem wegen versuchten Totschlags schuldig.

dpa

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener

Der Angeklagte hatte im Mai 2020 in Bergisch Gladbach bei einem Streit plötzlich eine Pistole gezogen und einem 23-Jährigen aus kurzer Distanz in den Kopf geschossen. Hintergrund der Auseinandersetzung war, dass sich der 23-Jährige von dem Italiener bei gemeinsamen Drogengeschäften hintergangen fühlte. Der zweifache Familienvater und Immobilienkaufmann und das spätere Opfer betrieben eine illegale Cannabisplantage in einem Einfamilienhaus. Als der Jüngere erfuhr, dass der Angeklagte hinter seinem Rücken eine weitere Plantage aufziehen wollte, kam es zu dem Streit.

Der 23-Jährige überlebte den Schuss - die Kugel verletzte auf ihrem Weg durch den Kopf aber beide Augen. Heute ist der Mann blind und lebt wieder in seiner albanischen Heimat. Er ist rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen. Über ein Rechtshilfeersuchen an die dortigen Justizbehörden war er im Prozess per Videoschalte als Zeuge gehört worden. Auf die Frage, wie es ihm heute gehe, hatte der Mann über einen Dolmetscher geantwortet: «Ich lebe, bin aber eigentlich tot.»

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte kann in Revision gehen.

© dpa-infocom, dpa:210218-99-498257/2

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