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Baumaßnahmen

Land macht Tempo beim Straßenbau auf Autobahnen

Recklinghausen

Autofahrer auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen müssen sich in den kommenden beiden Jahren auf rund 130 Großbaustellen einstellen. Der Landesbetrieb Straßen.NRW bereitet sich auf eine Phase mit vielen Aktivitäten auf den Autobahnen vor

Gunnar A. Pier

„Baustellenfahrzeuge frei“ – für alle anderen wird es mitunter eng: Wenn auf Autobahnen gebaut wird, sind Staus oft nicht zu vermeiden. Foto: Gunnar A. Pier

Die Straßenbauer stecken in einem Dilemma: Um Staus zu verhindern, müssen sie die Straßen ausbauen. Aber wenn sie bauen, gibt es erstmal Staus. Was ist zu tun? Der Landesbetrieb Straßen.NRW beschäftigt sich zunehmend mit der Frage, wie die Verkehrsbehinderungen durch Baustellen möglichst gering gehalten werden können. Seit gut zwei Jahren gibt es dazu eigens die Stabsstelle Baustellenkoordination.

Die Straßen in Nordrhein-Westfalen stehen vor einem Kollaps. „Wir haben ein um 22 Prozent höheres Verkehrsaufkommen als andere Bundesländer“, verdeutlichte Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek am Dienstag bei der Baustellenkonferenz in Recklinghausen. „Besonders unsere Autobahnkreuze sind völlig überlastet“. Deshalb reichte es nicht aus, die Straßen zu erhalten – was für sich schon eine Herausforderung sei. „Wir müssen ausbauen“, erklärte sie.

Und da hat sich Straßen-NRW einiges vorgenommen. Alleine 130 Großbaustellen sind in den kommenden beiden Jahren geplant. „Wir müssen ein in die Jahre gekommenes Netz den aktuellen Belastungen anpassen und für die kommenden Jahrzehnte leistungsfähig aufstellen. Und das unter laufendem Verkehr.“ Denn auf verkehrsarme Zeiten auszuweichen, sei kaum noch möglich: „Die Autobahnen sind durchgängig stark belastet.“ Selbst nachts.

Dr. Jan Lohoff leitet die Stabsstelle Baustellenkoordination. Foto: Gunnar A. Pier

Also müssen andere Wege her, um die Wege auch in Bauphasen frei zu halten für den Verkehr. Zum Beispiel:

  • „24/7“: Mehr als früher wird auf Baustellen an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr gearbeitet. 2018 war das noch auf vier Baustellen der Fall, 2019 schon bei 20 Maßnahmen
  • Fristen: Mit den Baufirmen werden Fristen vertraglich vereinbart
  • Neue Techniken: Brücken werden heute mitunter aus Fertigteilen zusammengesetzt – die Sperrung wird massiv verkürzt, weil die fertige Brücke mitunter an einem Wochenende aufgestellt werden kann.

Verzahnung von Baumaßnahmen

Großes Potenzial sieht der Straßenbau-Landesbetrieb in der Verzahnung der Baumaßnahmen und der umfassenden Information der Fahrer. Das ist die Welt von Bauingenieur Dr. Jan Lohoff, der die Stabsstelle Baustellenkoordination leitet. Acht Mitarbeiter helfen dabei, die Maßnahmen so zu planen, dass Behinderungen so weit wie möglich vermieden werden. Das fängt bei einfachen Dingen an: Wenn eh schon für einen Brückenbau gesperrt wird, kann man gut auch eben die fällige Erneuerung der Fahrbahnmarkierungsarbeiten erledigechon.

Bevor eine Baustelle eingerichtet wird, „überprüfen wir die verkehrlichen Auswirkungen“, erklärte Lohoff am Dienstag in Recklinghausen. Dazu greifen die Experten auf nahezu unendliche Daten zurück. Wie viel Verkehr floss an vergleichbaren Tagen und zu welchen Uhrzeiten? Welche Staus gab es schon ohne Baustellen? Rund 2500 Zählschleifen sind in die NRW-Autobahnen eingebaut, die genau diese Daten liefern.

Aber die Baustellen-Planer berücksichtigen auch andere Faktoren. Entscheidend ist es zu wissen, welche Verkehrsbehinderungen es abset dert Autobahn gibt.

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