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Ausbildung

Land verpasst Ziel von 3000 Polizeianwärtern

Düsseldorf (dpa/lnw)

Nordrhein-Westfalen hat das neue selbstgesteckte Ziel von 3000 Polizeianwärtern im Jahr 2022 verpasst. Wie aus Unterlagen für den Haushaltsausschuss hervorgeht, wurden im neuen Ausbildungsjahrgang nur 2670 Anwärter eingestellt. Das sind zwar 70 mehr als ursprünglich vorgesehen, man hatte aber nachträglich Haushaltsmittel für 400 mehr Anwärter bereitgestellt. Die «WAZ» hatte zuvor berichtet.

Von dpa

Ein Polizist steht im Regen vor einem Streifenwagen dessen Blaulicht aktiviert ist. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Im schwarz-grünen Koalitionsvertrag hatte man festgelegt, jährlich 3000 neue Polizisten einzustellen. Obwohl das Bewerbungsverfahren für 2022 eigentlich schon gelaufen war, sollte das Ziel noch nachträglich umgesetzt werden - was nicht gelang. Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte am Donnerstag dem WDR dazu, dass man die 3000er-Zahl nicht erreicht habe, sei keine Überraschung - weil man erst im November entschieden habe, auf die Zahl zu erhöhen: «Die Einstellungen waren für September geplant. Also, dass wir die nicht zusammenkriegen, war klar.»

FDP-Fraktionsvize Ralf Witzel kritisierte: «Die Schaffung neuer Stellen ist oft nur Symbolpolitik, wenn diese gar nicht erst besetzt werden können. Unbesetzte Stellen gefährden zunehmend staatliche Handlungsfähigkeit in Kernbereichen und damit auch Fragen der Gerechtigkeit.» Witzel forderte eine «neue Kreativität und Attraktivität im öffentlichen Dienst».

Im aktuellen Bewerbungsverfahren, bei dem Anwärter für den Start im kommenden Jahr gesucht werden, hatte man die Frist um vier Wochen verlängert. Auch die Mindestgröße von Bewerbern von 1,63 Meter wurde inzwischen aufgeweicht, um mehr geeignete Bewerber zu finden.

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