1. www.wn.de
  2. >
  3. Nrw
  4. >
  5. Länder fürchten Milliardenverluste im Nahverkehr

  6. >

NRW-Verkehrsminister fordert Unterstützung

Länder fürchten Milliardenverluste im Nahverkehr

Düsseldorf/Münster

Die als Folge der Corona-Pandemie massiv um 80 Prozent und mehr eingebrochenen Fahrgastzahlen stellen die Nahverkehrsunternehmen vor enorme Finanzprobleme. 

Hilmar Riemenschneider

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) Foto: dpa

Die bundesweit sonst auf monatlich rund eine Milliarde Euro kalkulierten Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf sind dramatisch eingebrochen: Fahrscheinautomaten werden kaum genutzt, Pendler lassen sich Zeitkarten erstatten. So beschreibt ein dieser Redaktion vorliegendes Argumentationspapier die angespannte Situation, das der Verkehrsminister des LandesNordrhein-Westfalen Hen­drik Wüst (CDU) und sein baden-württembergischer Amts­kollegeWinfried Hermann (Grüne) erarbeitet haben. Sie warnen: Bis zum Jahr 2023 könnten die Verluste der Nahverkehrsunternehmen auf zehn Milliarden Euro steigen.

Weder die Kommunen noch die Länder könnten dieses Minus aus eigener Kraft abfedern, zumal ab­sehbar viele Nahverkehrskunden aus Angst vor einer Corona-Infektion ins Auto umsteigen oder im Home­office bleiben.

Ab Montag mehr Züge

Mit dem Ende der Ferien erwarten die Bahnunternehmen wieder mehr Fahrgäste. Das ist ein Grund, warum ab Montag, 20. April, im Nahverkehr wieder mehr – aber noch lange nicht alle – Züge eingesetzt werden sollen. Das bestätigte der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) auf Nachfrage.

Einzig die Westfalenbahn, die im Münsterland auf den Strecken Münster–Rheine–Emden und Rheine–Osnabrück–Braunschweig fährt, kehrt nach Angaben von Mittwoch zum regulären Zugverkehr zurück. Die Fahrten Richtung Norden enden allerdings am Hauptbahnhof Emden und nicht am Fähranleger Außenhafen. (gap)

Beide Minister fordern deshalb vom Bund, dass er die Regionalisierungsmittel aufstockt, damit die Nah­verkehrsangebote aufrechterhalten bleiben können. Wüst bestätigte auf Nachfrage die Initiative der Länder:„Auch nach der Corona-Krise wird der öffentliche Personennahverkehr funktionieren müssen, selbst wenn das Vertrauen erst wieder wachsen muss.“ Die Regionalisierungsmittel vorübergehend zu erhöhen, erlaube es, die Hilfen bedarfsgerecht zu verteilen. „Der Bund darf sich hier nicht aus der Veranstaltung stehlen“, sagte Wüst.

An diesem Donnerstag soll der unserer Zeitung vor­liegende Vorstoß in Berlin auf Arbeitsebene der Ministerien der Länder erstmals diskutiert werden.

Startseite