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Laschet führt hohe Inzidenz auf Ferienende zurück

Berlin (dpa/lnw)

Nirgendwo sind in Deutschland sind die Corona-Zahlen so hoch wie in NRW. Die Landesregierung sieht das Ferienende als einen wesentlichen Faktor. Mobile Impfteams sollen das Impftempo wieder beschleunigen.

Von dpa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Michael Kappeler/dpa

Die aktuelle Spitzenposition Nordrhein-Westfalens bei den Corona-Neuinfektionen führt die Landesregierung nicht auf unterschiedliche Maßnahmen in Deutschland, sondern auf Ferieneffekte, Ballungsräume und intensives Testen zurück. «Wir sind sicher der verdichtetste Großraum in Europa», sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Berlin auf Fragen nach Gründen. NRW habe lange Zeit auf Platz sechs oder sieben der Bundesländer gelegen. Jetzt liege NRW einige Tage an der Spitze. «Die Regeln sind überall in Deutschland die gleichen. Sie können es nicht darauf zurückführen, dass es an den Regeln liegt, die gelten.»

Laschet sprach von einer Mischung von Faktoren nach dem Ferienende in NRW. Reiserückkehrer, Einreise aus Hochrisikogebieten sowie Menschen, die in besonders verdichteten Räumen leben, zählte er als Gründe auf. Der Regierungschef betonte, dass im bevölkerungsreichsten Bundesland sehr häufig getestet werde. Der Schulstart sei in NRW besonders vorsichtig begonnen worden. Laschet verwies auf das besondere PCR-Testverfahren mit Lollis für Kinder an den Grund- und Förderschulen sowie darauf, dass die Maskenpflicht in den Schulen nach Ferienende fortbestehe.

Der NRW-Regierungschef geht davon aus, dass auch in anderen Bundesländern die Corona-Zahlen nach dem Ende der Sommerferien steigen werden: «Insofern gehe ich davon aus, dass diese Welle sich fortsetzt - je nachdem, wo gerade die Schulferien enden.» Im Moment habe Nordrhein-Westfalen viele Reiserückkehrer. Der Anteil der Fälle mit einer mutmaßlichen Ansteckung bei einer Reise liege bei etwa zehn Prozent, erläuterte Laschet. Das übertrage sich jeweils insbesondere bei der Gruppe der Jüngeren. Bei den zehn- bis 19-Jährigen sei die Inzidenz zweieinhalb Mal so hoch wie beim Rest der Bevölkerung.

In NRW sollen verstärkt mobile Impfteams auch in sozialen Brennpunkten eingesetzt werden, um noch mehr Menschen zu erreichen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag sind 61,9 Prozent der NRW-Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft. Mindestens eine Impfung haben 68,1 Prozent der Einwohner. Die Corona-Inzidenz ist laut RKI in NRW am Dienstag weiter auf 108,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen gestiegen. Das ist der zweite Tag in Folge über der Marke 100. Binnen 24 Stunden kamen nun 2405 neue Infektionen hinzu. Das sind 1210 mehr als am Dienstag der vergangenen Woche. Damals lag die NRW-Inzidenz bei 58,8 - das ist in etwa das Niveau des aktuellen Bundesdurchschnitts (58).

Die Inzidenz spielt bei der Bewertung der Pandemie wegen des Impfens eine andere Rolle als früher. Laut der Corona-Schutzverordnung NRW bleibt eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35 die einzige Kennziffer, ab der die «3G-Regeln» (geimpft, genesen oder getestet) zum Beispiel für Besuche in der Innengastronomie gelten. Laschet betonte, dass die Landesregierung auch die Hospitalisierung beobachte - also wie viele der Infizierten erkranken und in Krankenhäuser müssen. Nach einer Übersicht der Landesregierung im Internet werden mit Stand Dienstag 253 Menschen wegen Corona auf den Intensivstationen im Krankenhaus behandelt. Das sind 81 mehr als vor einer Woche. Ende Dezember und Anfang Mai mussten jeweils mehr als 1100 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt werden.

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