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Mietpreise

Lauter Ruf nach mehr Sozialwohnungen

Berlin/Münster

Wie kann man die Mietanstiege in vielen deutschen Städten eindämmen? Gewerkschaften und Verbände fordern Milliarden-Investitionen des Staates in Sozialwohnungen.

wn

Symbolbild Foto: dpa

Um die Mietanstiege in vielen Städten einzudämmen, fordern Immobilien- und Mietervertreter den großangelegten Bau neuer Sozialwohnungen. „Mindestens sechs Milliarden Euro sind für den sozialen Wohnungsbau pro Jahr dringend notwendig“, teilte der Vorsitzende der Gewerkschaft IG Bau, Robert Feiger, am Donnerstag am Rande des „Wohnungsbautages“ in Berlin mit. 80 000 neue Sozialwohnungen pro Jahr seien nötig, dreimal so viele wie zuletzt, ergab eine Studie im Auftrag der Gewerkschaft, mehrerer Bau- und Wohnungsverbände und des Deutschen Mieterbunds. Ihre Mitglieder profitieren davon, wenn mehr gebaut wird.

Aus der Politik kam Zustimmung, aber auch Skepsis. Die Grünen verlangten eine Verdoppelung der Mittel. Sozialwohnungen seien kein Allheilmittel, warnte dagegen die FDP. Bauen müsse billiger werden.

Mieter in Städten müssen einen großen Teil ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben. Das ist aber nicht überall so. Städte wie Leipzig und Essen etwa lägen unter dem bundesweiten Mittel von 7,60 Euro kalt je Quadratmeter. Zu den extrem teuren Wohngegenden zählen neben den deutschen Millionenstädten auch Münster und Frankfurt. Im übrigen Münsterland ist der Wohnungsmarkt laut einer Prognos-Studie ausgeglichen.

Zu Jahresbeginn stiegen die Neuvertragsmieten zwar nicht mehr, Branchenverbände kritisierten aber dennoch, es werde zu wenig und zu teuer gebaut. Um den Mietanstieg zu bremsen, müsse außerdem dichter gebaut werden.

Feiger vertrat die Auffassung, dass wegen der gestiegenen Mieten zwischen einem Drittel und der Hälfte aller Großstädter theoretisch Anspruch auf eine Sozialwohnung habe. Es gebe aber immer weniger Sozialwohnungen, „weil sie ja nur für 20 oder 30 Jahre der Bindung unterliegen“, sagte der Direktor des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten.

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