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Bundesliga

Leipzig-Trainer nach Pleiten-Woche: «Nicht so viel reden»

Bochum (dpa)

Nach dem 0:7 bei Manchester City schien Lieblingsgegner Bochum für RB Leipzig gerade recht zu kommen. Doch statt der Wiedergutmachung folgte die nächste Blamage.

Holger Schmidt, dpa

Bochums Gerrit Holtmann (r) versucht, Leipzigs Mohamed Simakan zu stoppen. Foto: Jan Woitas/dpa/Archivbild

Vielleicht wird Max Eberl am Samstagnachmittag richtig froh gewesen sein, dass sein Weg am Abend nicht wie bis Donnerstag geplant ins «Aktuelle Sportstudio» nach Mainz führte. Der Sportchef von RB Leipzig wäre sonst nicht nur über seine Vergangenheit in Mönchengladbach befragt worden - was er nicht mehr wollte und weswegen er je nach Definition absagte oder ausgeladen wurde - sondern auch über die mehr als unglückliche Woche der Leipziger. 0:7 am Dienstag in der Champions League bei Manchester City, 0:1 nun am Samstag bei Abstiegskandidat VfL Bochum in der Liga. Zwei höchst unterschiedliche Niederlagen, doch beide auf ihre Art unerwartet, ernüchternd und irgendwie blamabel.

Die Kameras fingen Eberl auf der Tribüne in Bochum immer wieder hadernd ein. Auf Ausführungen vor den Journalisten verzichtete er zunächst. Marco Rose war das nicht vergönnt. Trainer sind zur Pressekonferenz und TV-Interviews verpflichtet. Dass er nach dieser unglückseligen Woche nicht so recht Lust darauf hatte, war dem RB-Coach aber deutlich anzumerken. Zumal die Leipziger den Rucksack der beiden Niederlagen wegen der Länderspielpause nun zwei Wochen mit sich rumschleppen müssen.

«Wenn die Jungs von den Länderspielen zurückkommen, werden wir uns für die letzten neun Spiele wieder neu justieren», sagte Rose. Er habe «keine verunsicherte Mannschaft gesehen und keine, die nicht möchte. Aber es wird Thema sein, dass wir in alles wieder Schärfe reinbringen.» Das Motto sei: «Nicht so viel reden, sondern arbeiten an Dingen, die uns unsere Ziele erreichen lassen.»

Was den Coach so ärgerte, waren die vier vergebenen Großchancen in der Nachspielzeit - es waren übrigens die ersten des Spiels - aber noch viel mehr das Gegentor. «Es ist mehr als ärgerlich, dass wir als RB Leipzig mit unseren Zielen über so ein einfaches Tor ein Bundesliga-Spiel verlieren», sagte er. Auf die Situation, dass die Bochumer weite Einwürfe durch Philipp Hofmann auf den langen Pfosten verlängern lassen, habe er im Vorfeld klar hingewiesen. «Was Einfacheres gibt es ja nicht», schimpfte der Coach: «Ich weiß, was kommt. Das ist eigentlich relativ simpel.» So war es das 15. Standard-Gegentor im 24. Saisonspiel. «Ich verlange, dass wir das besser verteidigen», sagte Rose. Er gehe davon aus, «dass die Spieler das selbst wissen».

Außenverteidiger Marcel Halstenberg wusste es. «Wir sind nicht wach, wir reden nicht miteinander, wir sind zu anfällig», sagte er über die Standard-Schwäche. Und trägt nun Frust in die Länderspiel-Pause. «Es dauert einfach zu lange, bis man das wieder gut machen kann», sagte der neunmalige Nationalspieler: «Jetzt müssen wir einfach die Wunden lecken nach diesen zwei Spielen. Und zusehen, dass unsere Nationalspieler gesund wiederkommen, um dann wieder in die Erfolgsspur einzuschlagen.»

Ganz anders war die Stimmungslage beim VfL. Vor zwei Wochen nach dem 0:2 im Derby gegen Schalke war der VfL Letzter. «Und alle dachten, dass wir tot sind», sagte Kapitän Anthony Losilla. Nach zwei Siegen ohne Gegentor sind die Bochumer plötzlich 14. und haben vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Die beiden großen Gewinner: Der serbische Abwehrchef Ersan Masovic, der mit dem Siegtor gegen RB (48.) bereits seinen vierten Rückrunden-Treffer erzielte. Und Torhüter Manuel Riemann, der nach dem Schalke-Spiel seinen Stammplatz verloren hätte, wenn Vertreter Michael Esser nicht krank gewesen wäre. Nun wurde er zum zweiten Mal in Folge zum Matchwinner. «Er stand in der Kritik. Auch zurecht», sagte Trainer Thomas Letsch: «Aber für die Art und Weise, wie er reagiert hat, gebührt Manu allerhöchster Respekt.»

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