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Prozess

Mann aus Eschweiler unter Terrorverdacht vor Gericht

Düsseldorf (dpa/lnw)

Seit vier Monaten sitzt er in Untersuchungshaft: Ein Mann aus Eschweiler bei Aachen soll in Syrien mehrfach in den Reihen einer islamistischen Terrormiliz gekämpft haben. Die Vorwürfe reichen bis zu zehn Jahre zurück.

Von dpa

Ein mutmaßlicher Terrorist der islamistischen Terrormiliz Ahrar al-Sham muss sich seit Dienstag vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht verantworten. Zwischen 2012 und 2014 soll der Deutsche aus Eschweiler bei Aachen vier Mal nach Syrien gereist sein, um sich dort am bewaffneten Kampf gegen die Regierung von Bashar al-Assad zu beteiligen.

Nach Angaben von Stefan Freuding, Vertreter der Bundesanwaltschaft, nahm der inzwischen 48-Jährige mehrfach an Kampfeinsätzen teil, bewaffnet mit einem Sturmgewehr Kalaschnikow AK-47 und einer Pistole. «Das belegen Fotos und Videos von den Kampfhandlungen», sagte er.

Weil der Angeklagte Ende 2013 bei einem Einsatz zwei gegnerische Kämpfer mit einem 19-sekündigen Feuerstoß aus seinem Sturmgewehr beschossen haben soll, wird ihm auch versuchter Totschlag vorgeworfen. Seine Verteidiger kündigten an, dass sich ihr Mandant zu den Tatvorwürfen nicht äußern wird.

Vor seinen Einsätzen soll sich der 48-Jährige in Deutschland Gefechtsbekleidung, eine Kampfmittelweste, ein Zielfernrohr und einen Infrarot-Laserstrahler besorgt haben.

Der islamistischen Terrorgruppe Ahrar al-Sham («Islamische Bewegung der Freien Männer Großsyriens») sollen zeitweise 10.000 bis 20.000 Kämpfer angehört haben.

Bei Anschlägen hätten die Kämpfer der Miliz bewusst zivile Opfer in Kauf genommen. In einigen eroberten Gebieten hätten sich Mitglieder von Ahrar al-Sham an der gezielten Ermordung von Zivilisten beteiligt, heißt es in der Anklage.

Der Angeklagte befindet sich seit dem 12. April in Untersuchungshaft. In einer früheren Vernehmung hatte er behauptet, für die Verteilung von Hilfsgütern nach Syrien gereist zu sein. Bei seiner Festnahme und Haftbefehlsverkündung im April hatte er dann zu den Vorwürfen geschwiegen. Für den Prozess sind bis zum 9. November noch 13 weitere Verhandlungstage angesetzt.

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