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Menschenhandel mit Arbeiterkolonnen aufgeflogen: Festnahmen

Duisburg (dpa/lnw)

Von dpa

Ein Polizist mit Handschellen und einer Pistole am Gürtel steht vor einem Streifenwagen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Duisburger Ermittler haben ein Netzwerk von mutmaßlichen Menschenhändlern ausgehoben, die osteuropäische Arbeiter ausgebeutet haben sollen. Neun Hauptbeschuldigte im Alter von 31 bis 51 Jahren, darunter fünf Frauen, stehen im Visier der Ermittler von Staatsanwaltschaft, Polizei und Zoll. Gegen fünf Verdächtige wurden Haftbefehle vollstreckt. Der Schaden liege in Millionenhöhe.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg hatte die seit mehr als einem Jahr andauernden Ermittlungen geführt. Sie stießen auf ein Firmengeflecht, das Arbeiter aus der Ukraine, Georgien und der Republik Moldau anwarb, um sie in Deutschland mit gefälschten Dokumenten als EU-Bürger auf dem Arbeitsmarkt einzusetzen.

Ermittelt wird wegen Menschenhandels zur Ausbeutung der Arbeitskraft, Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitslohn, Verstößen gegen Sozialabgaben, Dokumentenfälschung und Geldwäsche.

«Was sich da «Arbeitgeber» geschimpft hat, waren Ausbeuter und Menschenhändler. Diesen Praktiken muss ein Ende gesetzt werden», kommentierte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) die Aktion.

Mindestens 150 Arbeiter seien für Lager- oder Ladearbeiten eingesetzt worden, berichteten die Ermittler. Reisekosten, Geld für Arbeitskleidung und überteuerte Mieten für Schlafplätze in desolaten und menschenunwürdigen Unterkünften wurden von ihnen teils bar kassiert, als Schulden in Rechnung gestellt oder direkt vom Lohn abgezogen.

Am Mittwoch durchsuchten Ermittler Wohnungen und Firmensitze in Duisburg, Kempen und Hamburg. Die Polizisten stellten Geschäftsunterlagen, Handys, Computer sowie rund 18 000 Euro Bargeld sicher. Der Zoll sichert derzeit weitere Vermögenswerte. Gegen die Arbeiter wird wegen illegalen Aufenthalts ermittelt.

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