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Metall-Tarifstreit in NRW: Erste Warnstreiks am Samstag

Neuss (dpa/lnw)

Drei Verhandlungsrunden und ein Angebot der Arbeitgeber: Im Tarifstreit der mitgliederstarken Metall- und Elektroindustrie NRW liegen die Karten jetzt auf dem Tisch. Mit Warnstreiks will die IG Metall ihren Forderungen ab Samstag Nachdruck verleihen.

Von dpa

Mann mit roter IG-Metall-Trillerpfeife im Mund. Foto: Bernd Weißbrod/dpa/Symbolbild

Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalen hat die IG Metall für Samstag erste Warnstreiks angekündigt. Sie sollen mit dem Ende der Friedenspflicht am frühen Samstagmorgen um 0.01 Uhr in fünf Betrieben beginnen, wie die Gewerkschaft am Freitag in Düsseldorf berichtete. In einem weiteren Betrieb ist ab 11.00 Uhr ein Warnstreik geplant. Zuvor hatte die Gewerkschaft ein erstes Angebot der Arbeitgeber als «unzureichend» zurückgewiesen. In der Branche sind in NRW rund 700 000 Menschen beschäftigt.

In der dritten Verhandlungsrunde in Neuss boten die Arbeitgeber wie zuvor in anderen Tarifbezirken auch eine steuer- und abgabenfreie «Inflationsausgleichsprämie» von 3000 Euro sowie eine spätere, noch unbezifferte Erhöhung in den Gehaltstabellen an. Die Laufzeit soll 30 Monate betragen. Die Gewerkschaft fordert dagegen acht Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Tarifparteien in NRW vereinbarten eine vierte Verhandlungsrunde für den 10. November.

Das Angebot sei «fair und angesichts der extrem angespannten Wirtschaftslage angemessen», erklärte der stellvertretende Verhandlungsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie NRW, Egbert Neuhaus. Es sei ein Vorschlag, auf dessen Grundlage nun zügig mit dem Ziel einer raschen Einigung weiterverhandelt werden könne. «Mit Blick auf die von Tag zu Tag schlechter werdende wirtschaftliche Situation brauchen unsere Unternehmen nun schnell und langfristig Planungssicherheit», betonte Neuhaus.

Die 3000 Euro seien bei der aktuellen Preisentwicklung «schnell weg», erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitnehmer, der IG- Metall-Bezirksleiter NRW Knut Giesler. «Darum braucht es auch schnell eine dauerhaft wirksame Erhöhung der Entgelte.» Dazu sei aber nichts gekommen. «Dieses Angebot ist damit eine Aufforderung zu Warnstreiks.» Die Arbeitgeber hätten in Zeiten großer Unsicherheit viel Zeit verschenkt, um den Menschen, aber auch den Unternehmen, Sicherheit zu geben.

Die Gewerkschaft kündigte nach den sechs Warnstreiks am Samstag einen weiteren für Sonntag an. Ein IG Metall-Sprecher deutete auch für die Folgetage weitere Streikaktionen an: «Am 2. November geht es richtig los.»

Die Metallarbeitgeber bezeichneten die Warnstreiks als «unnötige Eskalation». Warnstreiks seien in der aktuellen Situation nicht nachvollziehbar, ignorierten den Ernst der Lage und verzögerten die Lösungsfindung, hieß es in einer Mitteilung.

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