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Aachner Landgericht

Mordprozess nach mutmaßlichem Autorennen: Plädoyers geplant

Aachen (dpa/lnw)

Der Mordprozess nach einem mutmaßlichen Autorennen gegen einen 20 Jahre alten Mann vor dem Aachener Landgericht geht auf die Zielgerade. Am 8. Juni seien Plädoyers geplant, sagte der Vorsitzende Richter am Mittwoch. Noch am selben Tag oder am 9. Juni solle das Urteil gesprochen werden. Seit Ende März sitzen ein 20-Jähriger wegen Mordes und ein 21-Jähriger wegen versuchten Mordes auf der Anklagebank. Sie waren zeitweise in Untersuchungshaft, sind aber wieder auf freiem Fuß.

Von dpa

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Die jungen Männer sollen Anfang August 2020 auf einer Landstraße durch einen Wald in der Eifel ein Autorennen gefahren sein. Dabei sollen sie einen Unfall mit einem tödlich verletzten Kind verursacht haben. Am Mittwoch hörte das Gericht viele Chats der befreundeten Angeklagten an. Dabei ging es immer wieder um Autos und Automarken, Spoiler und Tempokontrollen. Auch selbst aufgenommene Videos von Autofahrten mit röhrenden Motoren wurden gezeigt.

Zu dem tödlichen Unfall war es gekommen, nachdem der Wagen des 20-Jährigen beim Überholen in einer Kurve frontal mit einem anderen Wagen kollidierte. Dort wurden ein acht Jahre altes Mädchen tödlich, dessen Mutter und der Fahrer schwer verletzt. Der 21-Jährige hatte als Erster überholt und noch knapp wieder einscheren können. Er war am Tag des Unfalls laut einer Sprachnachricht verärgert, dass sein Auto beschlagnahmt war und er nicht dran herumschrauben könne.

Zu Prozessbeginn hatten die Anwälte erklärt, die Ermittler hätten sich auch wegen Rennstreifen auf einem Wagen vorschnell auf ein Autorennen festgelegt.

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