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Atommüll-Endlager-Suche

Münsterland ein denkbarer Standort

Peine/Münsterland

Seit Montag ist klar, wo nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager gesucht werden soll. Auch das Münsterland ist darunter. Die geologischen Voraussetzungen für ein sicheres Endlager sind hier günstig.

Stefan Werding

Warnhinweis "Radioaktiv". Foto: Sina Schuldt

Das Münsterland ist einer von 90 denkbaren Standorten in Deutschland für ein Atommüll-Endlager. Das geht aus einem Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hervor. Danach bietet das Gebiet zwischen Rheine und Hamm sowie niederländischer Grenze und Gütersloh günstige geologische Voraussetzungen für ein solches Lager.

Der Untergrund dort enthält Tongestein oder Schichten aus Steinsalz. 2031 soll der Standort gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden.

Zwischenbericht ist keine Vorentscheidung

Dafür soll die BGE einen Ort finden, an dem für eine Million Jahre hochradioaktive Abfälle am sichersten aufbewahrt werden können. Die Chance dafür sind nach den Worten von BGE-Geschäftsführer Stefan Studt „sehr gut“.

Noch ist die Auswahl allerdings sehr grob: 54 Prozent der deutschen Fläche sind bisher ausgewählt, alle Bundesländer bis auf das Saarland sind betroffen.

In den ausgewählten Gebiete halten die Wissenschaftlicher die geologischen Voraussetzungen für ein sicheres Endlager für günstig. Dafür haben sie bereits bestehende geologische Daten über den Untergrund Deutschlands ausgewertet.

Salzstock in Gorleben ausgeschlossen

Die BGE betont, dass sie mit dem Zwischenbericht noch keine Vorentscheidung getroffen hat. In den kommenden Monaten und Jahren würden die möglichen Standorte nach und nach eingegrenzt. Dann sollen „Standortregionen“ benannt werden, für die unter anderem Besiedlungsdichte, Kulturdenkmäler, Naturschutz-, Wasserschutz- und Überschwemmungsgebiete einbezogen würden. „Diese Kriterien kommen immer dann zum Zug, wenn die geologischen Voraussetzungen an einem anderen vergleichbaren Standort genauso gut sind“, kündigt die BGE an.

Den Salzstock in Gorleben haben die Wissenschaftler als möglichen Standort ausgeschlossen. Das hat die Bundesgesellschaft bekannt gegeben. Der Salzstock wurde in den vergangenen Jahrzehnten bereits umfassend untersucht. Er erfüllt zwar die Mindestanforderungen an ein Endlager, fiel aber bei den sogenannten Abwägungskriterien durch – unter anderem gibt es kein ausreichendes starkes unterirdisches Deckgebirge, das den Salzstock dauerhaft von Wasserzuflüssen abschirmt.

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