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Prozesse

Mutter zerstückelt: Zehn Jahre Haft für ältesten Sohn

Im Keller eines Düsseldorfer Mehrfamilienhauses machen Bewohner eine grausame Entdeckung: In Mülltüten stecken Leichenteile einer Frau. Nun ist der älteste Sohn der Frau verurteilt worden.

dpa

Ein Mann geht am Landgericht und Amtsgericht Düsseldorf vorbei. Foto: Marius Becker

Düsseldorf (dpa/lnw) - Weil er seine Mutter umgebracht und ihre Leiche zerstückelt haben soll, ist ein 49-Jähriger in Düsseldorf zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Landgericht sprach den Mann am Dienstag wegen Totschlags schuldig. Ein Mord habe sich nicht nachweisen lassen, die Tat könne auch im Streit geschehen sein, sagte der Vorsitzende Richter Rainer Drees.

Dass es der 49-Jährige war, daran habe das Gericht keine Zweifel. An dem Müllsack, in dem die Leichenteile der Frau steckten, war eine DNA-Spur ihres Sohnes entdeckt worden. An der Badewanne in ihrer Wohnung, in der die Leiche zerstückelt worden war, wovon Blutspuren zeugten, war ein Fingerabdruck des Serben entdeckt worden.

Der Sohn soll seiner Mutter laut Anklage vorgeworfen haben, die Familie in Serbien im Stich gelassen zu haben, als sie alleine nach Deutschland ausgewandert war. Er hat noch vier weitere Geschwister. Das Gericht sprach in der Urteilsbegründung lediglich von einem lange schwelenden innerfamiliären Streit.

«Ich habe meine Mama aufrichtig sehr geliebt und hätte ihr so etwas nie antun können», beteuerte der 49-Jährige weinend noch kurz vor der Urteilsverkündung. Ihm werde die Schuld für die Tat in die Schuhe geschoben. «Sie verurteilen hier einen Unschuldigen», sagte er. Er sei als Vater von fünf Kindern nach Deutschland gekommen, um auf ehrliche Weise Geld zu verdienen.

Der Mann soll die 62-Jährige Ende April 2017 umgebracht haben. Er hatte sich nach der Tat in seine serbische Heimat abgesetzt, wo ihm seitens der deutschen Justiz keine Gefahr drohte. Anfang 2020 war er aber ins benachbarte Kroatien gereist, was ihm zum Verhängnis wurde: Der internationale Haftbefehl gegen ihn konnte vollstreckt werden und der Mann wurde an die deutschen Behörden überstellt.

Die Verteidigerin des Mannes hatte einen Freispruch beantragt. Es sei völlig offen geblieben, wer die Tat begangen habe. Es kämen noch zwei weitere Verdächtige in Betracht. Der Staatsanwalt hatte dagegen lebenslange Haft wegen Mordes gefordert. Er ging davon aus, dass die fünffache Mutter schlief, als sie angegriffen wurde. Somit hätte es sich um einen heimtückischen Mord gehandelt.

Die Leichenteile waren in einem Kellerverschlag des Düsseldorfer Mehrfamilienhauses, in dem die 62-Jährige gelebt hatte, von Nachbarn entdeckt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© dpa-infocom, dpa:210315-99-834253/4

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