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Landgericht Düsseldorf

Nach EnchroChat-Entschlüsselung: Prozess wegen Drogenhandels

Düsseldorf (dpa/lnw)

Weil sie mit 340 Kilogramm Marihuana und vier Kilogramm Kokain gehandelt haben soll, muss sich eine 31-Jährige Frau in Düsseldorf seit Dienstag vor Gericht verantworten. Ihre Deals soll die Angeklagte mit einem Krypto-Handy abgewickelt haben, bis es französischen Ermittlern gelang, die EncroChat-Kommunikation zu entschlüsseln und sie ihr auf die Schliche kamen. Zum Prozessauftakt schwieg die Frau zu den Tatvorwürfen.

Von dpa

Blick auf das Landgericht und Amtsgericht. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Zwischen Ende März und Mitte Juni 2020 soll sie mit einem Komplizen in knapp drei Monaten mehr als eine Million Euro mit Drogengeschäften umgesetzt haben. Das Geld war von den Ermittlern beschlagnahmt worden. Anfang Mai dieses Jahres war die Frau festgenommen worden. Nun ist sie wegen bandenmäßigen Drogenhandels in großem Stil angeklagt. Bevor sie nach Düsseldorf kam, soll sie in Freiburg für eine Baufirma gearbeitet haben.

Beim Prozessauftakt widersprach ihr Verteidiger der Verwertung von Abhörprotokollen: «Sie sind bei Abhörmaßnahmen französischer Behörden verdachtsunabhängig erhoben worden und das ist nach deutschem Recht nicht zulässig.» Der Bundesgerichtshof hatte allerdings die Verwertung der EncroChat-Daten für zulässig erklärt.

Im Frühjahr 2020 war es französischen Behörden gelungen, das verschlüsselte Kommunikationssystem zu knacken. Den riesigen Datensatz teilten die Franzosen in der Folge mit europäischen Ermittlern - und Justizbehörden. Das erwies sich als sehr erfolgreicher Schlag gegen die organisierte Drogenkriminalität und ermöglichte Tausende Ermittlungsverfahren. Für den Prozess sind bis zum 22. Dezember noch sechs weitere Verhandlungstage angesetzt.

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