Kriminalität

Nach Fund von Tunnel zur Bank: Experten suchen nach Spuren

Viel Mühe, kein Lohn: Unbekannte haben unter einem Parkplatz in Spenge einen etwa sieben Meter langen Tunnel durchs Erdreich gebuddelt. Ziel war vermutlich eine Bankfiliale. Doch der Zufall verhinderte die spektakuläre, erfolgreiche Umsetzung.

dpa

Das Blaulicht eines Streifenwagens der Polizei leuchtet. Foto: Stefan Puchner

Spenge (dpa/lnw) - Nach dem Fund eines Tunnels im Umfeld einer Volksbank in Spenge (Kreis Herford) laufen die Ermittlungen der Polizei weiter. Spurenexperten des Polizeipräsidiums in Bielefeld waren nach Angaben der Polizei in Herford am Dienstag an den Tatort gekommen. Nach Angaben eines Sprechers sind noch viele Fragen offen. So auch, was mit dem Erdaushub passiert ist, der beim Tunnelbau angefallen war. Der Bereich ist weiterhin abgesperrt.

Bauarbeiter waren am Montag auf den Tunnel gestoßen. Sie sollten sich um abgesackte Pflastersteine an einer Parkplatz-Einfahrt kümmern. Die ersten unebenen Steine neben der Bank waren schon am Freitag aufgefallen, in den Tagen danach kamen weitere hinzu. Daraufhin beauftragte die Volksbank eine Fachfirma - zunächst ging man von einem Wasserschaden aus. Doch bei den Reparaturdiensten fanden die Bauarbeiter Holzplanken in etwa zwei Metern Tiefe, unter denen der Tunnel war. Vermutlich wollten Einbrecher unterirdisch in die Bank eindringen. Der Plan war vor der Vollendung aber aufgeflogen.

Der mit Holzplanken abgestützte Tunnel ist sieben bis acht Meter lang und etwa einen Meter breit. Einen Durchbruch in die Bank gab es noch nicht. Begonnen haben sollen die Täter die Grabungsarbeiten auf Höhe eines Trafohäuschen eines Stromnetzbetreibers.

Die betroffene Volksbank Herford-Mindener Land spricht von einem außergewöhnlichen Fall. «Wir sind schon überrascht von der Energie, die hier für dieses Unterfangen aufgewendet wurde», sagte Sprecher Andreas Kelch am Dienstag der dpa. Gelohnt hätte sich ein erfolgreicher Durchstoß aber wohl nicht. Nach Angaben der Bank gibt es aus alten Zeiten noch einen Tresorraum. «Heutzutage lagert kein Bargeld in größeren Mengen in den Geschäftsstellen», sagt Kelch.

Der Zahlungsverkehr der Privat- und Firmenkunden laufe weitestgehend in digitalisierter Form ab. «Unsere Geschäftsstellen wie auch Tresore und Schließfachanlagen sind innen wie außen gut gegen Einbruch und Vandalismus abgesichert», sagte der Sprecher.

© dpa-infocom, dpa:210518-99-650321/6

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