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Nach Hochwasser: Einzelne Stauseen frei für Freizeitsport

Düsseldorf (dpa/lnw)

Von dpa

Auf dem Essener Baldeney See Sind kleine Segelboote unterwegs. Foto: David Young/dpa

Mehr als zwei Wochen nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen können Freizeitsportler einzelne Stauseen wieder nutzen. Die Sperrung an drei großen Stauseen der unteren Ruhr - Kemnader See, Hengsteysee und Harkortsee - hob die Bezirksregierung Arnsberg ab Samstag auf. Alle erkennbaren Gefahrenstellen seien durch Bojen markiert worden, so dass die Seen auf eigene Gefahr wieder benutzt werden könnten. Dennoch sei weiterhin Vorsicht geboten, Treibgut könne noch angespült werden. Bei Kontrollfahrten über den Harkortsee hatten Einsatzkräfte unter anderem einen Bauschuttcontainer entdeckt, sagte eine Sprecherin des Ruhrverbands.

Der Baldeneysee an der unteren Ruhr in Essen wurde bereits am Mittwoch zum Beispiel für Paddler oder Kanuten freigegeben, sagte die Sprecherin des Ruhrverbands. Zuvor hätte schon die Berufsschifffahrt den Stausee wieder überqueren dürfen. Die Ruhr hatte wegen des extremen Hochwassers sehr viel Treibgut geführt, darunter zerstörte Boote und Wohnwagen. Die Stauseen waren daraufhin gesperrt worden. Noch immer könnte die Strömung Treibgut anspülen, warnte der Ruhrverband.

Die Talsperren im Sauerland, zum Beispiel am Möhne- oder Biggesee, hätten trotz eines hohen Füllstands nicht gesperrt werden müssen. «Die Freizeitnutzung war zu keinem Zeitpunkt eingeschränkt oder verboten», so die Verbandssprecherin. Dort können sich Sportler etwa Boote ausleihen oder Kanu fahren. Auch die zwei Badestellen an der Aggertalsperre im Oberbergischen Land seien offen, sagte ein Sprecher des Aggerverbands am Donnerstag. Die Talsperre war demnach zuletzt bis zu 71 Prozent gefüllt - und vom Hochwasser «nicht so betroffen» wie etwa die Wuppertalsperre.

Diese sei für Boote, Angler, Schwimmer oder Taucher komplett gesperrt, wie eine Sprecherin des Wupperverbands berichtete. Durch die Überflutung von Firmengeländen, Betriebsflächen und Häusern seien verschiedene Substanzen in die Wuppertalsperre gelangt, die Behörden lösten Umweltalarm auf. «Wahrscheinlich dauert die Entsorgung dieser Emulsionen noch etliche Wochen», erklärte die Sprecherin. Auch an der Bever-, Lingesee-, und Brucher Talsperre und am Stausee Beyenburg werde demnach noch das Wasser auf mögliche Verunreinigungen untersucht. Der Verband riet davon ab, in die Gewässer zu gehen.

Entwarnung für Segelboote und andere Wasserfahrzeuge gab der Wasserverband Eifel-Rur für die Rurtalsperre Schwammenauel westlich von Euskirchen. Mittlerweile befinde sich nicht mehr so viel Treibgut wie Baumstämme oder Äste auf der Wasseroberfläche, die Surfer und Segler gefährden können, sagte ein Verbandssprecher. Vor dem Schwimmen wurde zunächst weiter abgeraten: Im Einzugsbereich der Flüsse, die Urfttalsperre und Rurtalsperre in der Eifel speisen, seien während des Hochwassers Heizöltanks sowie Tankstellen unter Wasser gestanden. Deshalb müssten nun zunächst Wasserproben analysiert werden.

Auch das Waldfreibad an der Steinbachtalsperre bei Euskirchen blieb bis auf Weiteres geschlossen. In der vergangenen Woche war die Talsperre komplett entleert worden. Um ihren Damm war nach dem Jahrhundert-Unwetter tagelang gebangt worden.

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