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Fußball: 3. Liga

Nach rechter Hetzattacke: Lob für Reaktion der Zuschauer

Münster

Fußball-Profi Leroy Kwadwo hat nach den rassistischen Beleidigungen gegen ihn ein noch entschlosseneres Handeln aller Beteiligten gefordert. 

Alexander Heflik

Leroy Kwadwo im Aktuellen Sportstudio Foto: imago images/Hoffmann

Leroy Kwadwo hat nach den rassistischen Beschimpfungen beim Punktspiel gegen Preußen Münster gefordert, nach ähnlichen Entgleisungen von Stadionbesuchern in der Zukunft Spiele im Fußball abzubrechen. Der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler der Würzburger Kickers war am Freitag im Preußenstadion von einem Tribünenzuschauer mit Affenlauten bedacht worden. Kwadwo solle „zurück in sein Loch“, hatte der „Pöbeler“ geschrien.

Gegen einen 29 Jahre alten Mann aus dem Kreis Steinfurt wurde Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt, zudem dürfte er ein dreijähriges bundesweites Stadionverbot erhalten. Für etwaige Strafen durch den Deutschen Fußball-Bund kann der SCP nun auch den Beschuldigten in finanzielle Haftung nehmen. Mit Hilfe von anderen Zuschauern wurde der Täter identifiziert und vor dem Verlassen des Stadions von der Polizei festgehalten zur Feststellung der Personalien. Ein großer Teil der 5457 Zuschauer stimmte sofort „Nazis raus“ an.

Nicht nur die Reaktion des Publikums in Münster wurde im Anschluss fast durchweg positiv in den sozialen Netzwerken bewertet, auch der Auftritt Kwadwos nach Spielende in Münster sowie am Samstag im ZDF-Sportstudio. Der Abwehrspieler forderte dabei konsequent: „Dann spielen wir einfach nicht. Fußball hat eine große Macht.“

Kommentar

Haltung siegt

Es war ein bemerkenswerter Augenblick, als das Publikum in Münster spontan größtmögliche Solidarität mit dem Würzburger Spieler Leroy Kwadwo zeigte. „Nazis raus“ kennt man in der Domstadt schon von den Demonstrationen gegen die AfD-Neujahrsempfänge. Nun also zeigte der Großteil des Publikums eines Drittliga-Spiels, was es von rassistischen Sprüchen und Guttural-Lauten hält. Nichts.

Schulterklopfen für die Besucher, höchster Respekt für den Profi aus Würzburg, der klar Stellung bezog. Beim nächsten Mal sollte es ein Spielabbruch sein, der ist in deutschen Stadien längst überfällig. Denn zu oft werden die Dinge bagatellisiert, als eine Art Männer-Kabinen-Smalltalk verharmlost oder als unbedachter Alltags-Rassismus kleingeredet. Das gilt im Übrigen auch für homophobe und andere diskriminierende Äußerungen. War nicht so gemeint? Umso schlimmer.

Dabei sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass sich Menschen so verhalten und Haltung zeigen wie in der Preußen-Arena. Es hat nichts mit überempfindlicher politischer Korrektheit zu tun, sondern ist nur ein Gebot von Anstand und Vernunft. Solche verbalen Auswüchse gehören in kein Stadion oder sonst eine Öffentlichkeit.

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