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Umwelt

Naturschützer zu Emscher-Umbau: «Ein echter Gewinn»

Essen (dpa/lnw) - Naturschützer freuen sich auf eine Emscher ohne Abwasser zum Jahresende und die geplante Renaturierung des Flusses. «Wir sind alle ganz gespannt darauf, wie sich die Natur entwickeln wird», sagte der Geobotaniker Peter Keil der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des Weltwassertages (22. März). Der Umbau des Emschersystems sei ein echter Gewinn sowohl für die urbane Natur als auch für die Menschen in der Region. Ende des Jahres soll erstmals seit mehr als 170 Jahren kein Abwasser mehr in den Ruhrgebietsfluss eingeleitet werden. Keil ist Leiter der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet.

dpa

Der Emscherkanal fließt durch Oberhausen. Foto: Fabian Strauch

Es entstehe ein «Biotopverbund» mitten im zentralen Ruhrgebiet, der wie ein Korridor ohne Barrieren in Ost-West-Richtung verlaufe, sagte Keil. Dies erleichtere es Tieren und Pflanzen, sich auszubreiten. Der Wissenschaftler rechnet damit, dass Artenreichtum zunimmt und verweist auf Erfahrungen mit Industriebrachen.

Wie schnell sich Flora und Fauna wieder ausbreiten würden, sei aber schwer abzusehen. «Das Ganze ist ein dynamischer Prozess», sagte Keil. Die Natur beginne ab der allerersten Minute nach Ende der Baumaßnahmen. Bis jedoch Auwälder gewachsen seien, würden Jahrzehnte vergehen. In jeder Phase gebe es spannende Lebensgemeinschaften mit spezialisierten Arten, betonte Keil. «Wichtig ist aber erstmal, dass wir sauberes Wasser drin haben, dass sich zügig etwas darin entwickeln kann.»

© dpa-infocom, dpa:210321-99-907790/2

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