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Europa Conference League

Nizza-Rückspiel: Hoffnung auf Fußball ohne «Vollidioten»

Köln (dpa)

Das Kölner Hinspiel in Nizza ist vor allem wegen Krawallen in Erinnerung. Vor der zweiten Partie in Köln hofft nicht nur der FC-Coach, dass es diesmal ruhig bleibt. Auf dem Platz fehlt der Kapitän.

Thomas Eßer, dpa

Kölns Trainer Steffen Baumgart steht vor einem Spiel im Stadion. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

Die Ansage von Steffen Baumgart war gewohnt deutlich. «Fußball kann nicht dafür da sein, ständig eine Bühne zu haben, wo irgendwelche Vollidioten der Meinung sind, sie müssen sich zeigen», sagte der Trainer des 1. FC Köln vor dem Rückspiel in der Europa Conference League gegen OGC Nizza. Die schweren Ausschreitungen rund um das erste Aufeinandertreffen der beiden Clubs hat der 50-Jährige noch gut im Gedächtnis. «Gerade Nizza wird lange in Erinnerung bleiben - und zwar nicht in positiver», sagte Baumgart mit Blick auf die Erlebnisse von vor knapp zwei Monaten. «Deshalb hoffe ich, dass allen mal klar wird, dass es um Fußball geht.»

Das Hinspiel war wegen schwerer Krawalle mit rund einer Stunde Verspätung angepfiffen worden. In Südfrankreich hatte es am 8. September rund um die Partie mehrere Verletzte gegeben. Ein Fan stürzte vom Zuschaueroberrang.

Auch in Köln rechnet die Polizei rund um die Partie an diesem Donnerstag (21.00 Uhr/RTL) mit «einer hohen Emotionalisierung gewaltbereiter Anhänger beider Clubs». In einem offenen Brief auf Deutsch und Französisch wandten sich die Beamten an Fans beider Vereine. Gegen gewaltbereite Anhänger werde die Polizei «konsequent vorgehen und erforderliche Maßnahmen treffen - egal ob im Stadionumfeld oder an einem anderen Ort der Stadt», heißt es dort. In Köln hofft man, dass dies nicht nötig sein wird.

«Mal unabhängig davon, dass die Mannschaften natürlich mit viel Leidenschaft in das Spiel gehen werden, weil beide Mannschaften dieses Spiel gewinnen wollen, hoffe ich einfach, dass wir aus dem ersten Spiel gelernt haben, dass es so nicht geht», sagte Baumgart.

Auch sportlich birgt das Aufeinandertreffen der beiden Tabellenzehnten ihrer jeweiligen Liga Brisanz. Am letzten Gruppenspieltag kämpfen Nizza, Köln und Partizan Belgrad, das im Parallelspiel auf den 1. FC Slovacko trifft, um zwei Plätze, die das internationale Überwintern bedeuten würden. Dem FC hilft dabei gegen die vom früheren Gladbach- und BVB-Coach Lucien Favre trainierten Franzosen nur ein Sieg.

Baumgart muss allerdings erneut zahlreiche Ausfälle verkraften. Die Prominentesten sind Kapitän Jonas Hector, Mark Uth und Dejan Ljubičić. Immerhin sind Jan Thielmann, Jeff Chabot, Mathias Olesen und Ellyes Skhiri wieder dabei.

Ebenfalls zur Verfügung steht Eric Martel. Der 20-Jährige hofft wie Baumgart, dass es friedlich bleibt und freut sich auf einen stimmungsvollen Europapokal-Abend. «Das sind genau die Spiele, für die wir Fußball spielen - Wo es um alles oder nichts geht», sagte der Mittelfeldmann. «Mit den Fans im Rücken wird das ein geiles Spiel.»

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