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Sexuelle Übergriffe in Köln

Noch kein Täter identifiziert

Köln

Abscheu, Entsetzen und Empörung prägten auch am Dienstag die Reaktionen auf die massiven Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof. Jetzt soll „eine harte Antwort des Rechtsstaates“ kommen.

Hilmar Riemenschneider

Am Abend de­mons­trierten mehrere Hundert Menschen vor dem Dom gegen Gewalt gegen Frauen. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft kündigte ein entschiedenes Vorgehen gegen die Täter an. „Gegen diese neue Dimension von Gewalt und sexuellen Übergriffen durch Männer-Banden müssen und werden Polizei und Justiz konsequent vorgehen.“ Dies müsse unabhängig von der Herkunft erfolgen. Wo es die Voraussetzungen erlaubten, „müssen kriminelle Straftäter dann auch abgeschoben werden“. Kanzlerin Angela Merkel verlangte „eine harte Antwort des Rechtsstaates“.

Bislang erstatteten mehr als 90 Frauen bei der Polizei Anzeige wegen sexueller Übergriffe und Diebstahls. Nach Angaben von Polizeibeamten und Augenzeugen sollen die Täter junge Männer aus Nordafrika oder dem arabischen Raum gewesen sein. Bisher seien keine Täter identifiziert, betonte Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers. Dass sich einige der überprüften Personen mit Asylpapieren ausgewiesen hätten, sage nichts über einen Tatverdacht.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker kündigte nach einer Krisensitzung mit Albers und weiteren Polizeivertretern ein neues Sicherheitskonzept für Großveranstaltungen an. Dazu gehöre eine verstärkte Polizeipräsenz und Videoüberwachung. Die Karnevalsfeiern werde sich die Stadt nicht verderben lassen.

Bundesinnenminister Thomas de Mazière ordnete es als eine neue Dimension ein, „dass eine so große Zahl von Personen, offensichtlich mit Migrationshintergrund, diese Übergriffe verübt haben sollen“. Er warnte jedoch vor überschnellen Rückschlüssen: „Dies darf aber nicht dazu führen, dass nunmehr Flüchtlinge gleich welcher Herkunft, die bei uns Schutz vor Verfolgung suchen, unter einen Generalverdacht gestellt werden.“

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