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Nominierung für Dramatikpreis: Elfriede Jelinek dabei

Mülheim (dpa)

Mit dem Pandemie-Stück «Lärm. Blindes Sehen. Blinde sehen!» hat die Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek erneut eine Nominierung für den Mülheimer Dramatikpreis erreicht. Es ist bereits Jelineks 21. Einladung zum wohl begehrtesten deutschsprachigen Theaterpreis, den die Österreicherin bereits vier Mal gewonnen hat. Die Einladung sei «unoriginell», aber man komme an Jelinek - in diesem Jahr mit einem bitterbösen Pandemietext - einfach nicht vorbei, sagte Jurysprecher Wolfgang Kralicek am Mittwoch bei der Bekanntgabe der sieben nominierten Erwachsenen- und fünf Kinderstücke.

Von dpa

Die österreichische Autorin und Dramatikerin Elfriede Jelinek, in ihrem Haus in Wien. Foto: picture alliance/Roland Schlager/APA/EPA/dpa/Archivbild

Das Jelinek-Stück, das Anfang Juni in Hamburg uraufgeführt wurde, schildert unter anderem das Après-Ski-Treiben im Corona-Hotspot Ischgl und schlägt einen weiten Bogen zum Infektionsgeschehen in deutschen Fleischfabriken.

Der mit 15.000 Euro dotierte Preis für deutschsprachige Gegenwartsdramatik aus Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz wird Ende Mai nach Aufführungen der Stücke in Mülheim/Ruhr von einer Jury vergeben. 2021 waren die Inszenierungen nur im Internet gezeigt worden, 2020 mussten die Mülheimer Theatertage wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. In diesem Jahr werde Mülheim mit Präsenzveranstaltungen «Theater wieder ganz groß feiern», versprach Festivalleiterin Stephanie Steinberg. Dabei werde es auch wieder einen Publikumspreis geben.

Vier von sieben der nominierten Stücke stammen von Debütanten, sechs von sieben von Frauen. «In Mülheim tritt 2022 eine neue Generation an. Diese neue Generation ist jung, sie ist weiblich, und sie nimmt es, wenn es sein muss, auch persönlich», sagte Kralicek.

Für den Kinder-Stücke-Wettbewerb, der mit weiteren 15.000 Euro dotiert ist, wurden fünf Werke ausgewählt. Viele beschäftigten sich mit Identitätsfragen, sagte die Kinder-Stücke-Juryvorsitzende Theresia Walser - so etwa das vor drei Wochen in München uraufgeführte Stück «Als die Welt rückwärts gehen lernte» der Autorin Lena Gorelik - eine Theaterfantasie über eine Anders-Welt, in der Kinder sich mit Nutella die Zähne putzen und Jungs am liebsten Kleider tragen.

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