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Quarantäne

NRW hält an Isolationspflicht fest - aber nur noch fünf Tage

Düsseldorf (dpa/lnw)

Einige Bundesländer habe die Corona-Isolationspflicht komplett abgeschafft. Nordrhein-Westfalen geht diesen Weg nicht mit. Eine deutliche Verkürzung soll es aber bald geben.

Von dpa

Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, beantwortet die Fragen von Journalisten. Foto: Federico Gambarini/dpa

Nordrhein-Westfalen hält an einer Isolationspflicht - anders als mehrere Bundesländer - auch weiterhin fest. Das stellte der Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski (CDU), am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag klar. «Nordrhein-Westfalen wird diesen Weg der vollständigen Aufhebung der Isolationspflicht für mit dem Coronavirus infizierte Personen nicht mitgehen.» Kurz vor der Plenardebatte kündigte das Gesundheitsministerium allerdings eine Verkürzung der Isolationspflicht auf fünf Tage an.

Man werde das Infektionsgeschehen und die wissenschaftlichen Erkenntnisse nach wie vor im Blick behalten und bestehende Regelungen stetig überprüfen, sagte Minister Liminski in Vertretung für Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Dieser informierte in einer Mitteilung, dass sich Corona-Infizierte in NRW ab kommenden Mittwoch (30. September) nach fünf Tagen in Isolation nicht mehr freitesten müssen - die Pflicht endet dann automatisch. Für Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen gilt allerdings eine Sonderregelung: Bis ein negatives Testergebnis vorliegt, haben sie ein Tätigkeitsverbot.

Liminski sagte, unter den Ländern sei bedauerlicherweise kein einheitliches Vorgehen gelungen. NRW halte eine vollständige Aufhebung der Isolationspflicht zum aktuellen Zeitpunkt für falsch. Man orientiere sich an den Empfehlungen des Robert Koch-Institus vom Mai, die weiterhin gültig seien. Die gelockerte Neureglung mit einer dann noch fünftägigen Isolation sei nach umfassender Prüfung und mit Blick auf die aktuelle Entwicklung bei den Infektionen «verantwortbar».

Die FDP forderte eine komplette Aufhebung der Pflicht. Die Landesregierung setze nicht auf die Eigenverantwortung der Menschen, kritisierte die Oppositionsfraktion. Stattdessen halte sie noch immer an Maßnahmen fest, die ursprünglich für die Hochzeit der Pandemie gedacht waren. «Wir sind in einer endemischen Phase angekommen», meinte die Abgeordnete Yvonne Gebauer. «Wir müssen mit Corona leben, genauso wie wir mit anderen Erkrankungen leben müssen.»

Laumann appellierte in der Mitteilung: «Auch nach Ablauf der fünf Tage sollte man sich selbst testen und bis zum Vorliegen eines negativen Testergebnisses freiwillig auf Kontakte verzichten oder bei unvermeidbaren Kontakten Maske tragen.» Grundsätzlich sei eine Isolationspflicht nach wie vor notwendig. «Die Winterzeit steht mit kalten Temperaturen in den Startlöchern. Die Grippewelle rollt gerade erst an. Die Isolierung kann dabei helfen, Infektionen zu verhindern und Belastungen unseres Gesundheitssystems zu reduzieren.» Wer sich krank fühle, sollte seinen Arzt kontaktieren und sich krankschreiben lassen. Das sei nach wie vor auch telefonisch möglich.

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