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NRW-Minister Stamp kritisiert Kardinal Woelki

Düsseldorf (dpa) - Der nordrhein-westfälische Familienminister Joachim Stamp hat den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki kritisiert. «Wir müssen feststellen, dass die versprochene Aufklärungsarbeit des Erzbistums schweren Schaden genommen hat und so nicht mehr erkennbar ist», sagte der FDP-Politiker in einem Interview mit der Zeitung «Die Welt». «Das hat gerade bei vielen Opfern zu neuen Verletzungen geführt. Es darf nicht der öffentliche Eindruck entstehen, dass es jetzt mehr um Schadensbegrenzung der Amtskirche geht als um die Perspektive der Opfer.»

dpa

Joachim Stamp (FDP), stellvertretender Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Foto: Federico Gambarini

Woelki solle sich einmal selbst prüfen, ob er noch glaubwürdig sei, denn sein Amt sei mit einem sehr hohen moralischen Anspruch verbunden. «Das gilt auch für weitere Amtsträger, die die Aufklärung nicht konsequent genug vorangetrieben haben», sagte Stamp. Zahlreiche Katholiken seien «sehr verärgert, teilweise sogar verstört».

Woelki hält ein von ihm selbst in Auftrag gegebenes Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs unter Verschluss. Er führt dafür rechtliche Gründe an. Dies hat im größten deutschen Bistum eine beispiellose Vertrauenskrise ausgelöst.

© dpa-infocom, dpa:210225-99-592435/2

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