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Gesundheit

NRW trägt ab Montag Maske: Öffnung von Kneipen kein Thema

Die Menschen müssen sich umstellen: Ab Montag gilt die Maskenpflicht in NRW. Einen Bußgeldkatalog gibt es zwar nicht. Aber wer «ohne» kommt, dem kann der Zugang verweigert werden.

dpa

Vor einem geschlossen Restaurant stehen leere Stühle und Tische. Foto: Britta Pedersen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Das Bild in den NRW-Städten wird sich verändern: Sind Schutzmasken bisher eher noch die Ausnahme, gilt von Montag an eine Maskenpflicht beim Einkauf sowie in Bus und Bahn. Aber niemand sollte sich dadurch in falscher Sicherheit wiegen, warnte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag. Viel wichtiger als die Maske sei das Abstandsgebot von 1,5 Metern. Trotz der weiteren Vorsichtsmaßnahme ist die Öffnung von Kneipen und Restaurants aber weiterhin kein Thema.

Das NRW-Schulministerium bilanzierte am Freitag die Wiedereröffnung der ersten Schulen als gelungen. Am 4. Mai könnte es weitere Schulöffnungen geben, sagte Schulstaatssekretär Mathias Richter (FDP) im Kommunalausschuss des Landtags. Unterdessen verlangsamt sich die Ausbreitung des Corona-Virus weiter, die Verdoppelungszeit liegt nach dem aktuellsten Stand bei 23,1 Tagen, wie das NRW-Gesundheitsministerium berichtete.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in NRW stieg nach den jüngsten Zahlen nun auf 31 110. Das waren 512 bestätigte Fälle mehr als am Vortag. 20 257 Infizierte sind mittlerweile genesen. Die Todesfälle erhöhten sich innerhalb eines Tages um 52 auf nun 1052 seit Beginn der Pandemie.

Tuch oder Schal wird fürs erste zur Erfüllung der Maskenpflicht reichen, aber dann sollte es schon eine Maske sein. Im öffentlichen Personennahverkehr, an Haltestellen, in Bahnhöfen und im Taxi, beim Einkauf im Einzelhandel und im Dienstleistungsbereich: Menschen ab sechs Jahren müssen in NRW von Montag an Maske tragen - damit also auch in Apotheken, Arztpraxen, Tankstellen und auf Wochenmärkten, auch wenn sie Speisen und Getränke abholen.

Anders als Bayern gibt es in NRW für Verstöße keinen Bußgeldkatalog. Neben den Ordnungshütern sind im Verkauf besonders Händler und Inhaber aufgefordert, auf das Tragen von Masken zu achten. Gesundheitsminister Laumann sagte: «Ich setze (...) stark darauf, dass es sich in wenigen Tagen so entwickelt, dass die Masken bei den betreffenden Einrichtungen zum gewohnten Bild gehören.»

Bars, Restaurants und Cafés wollten am Freitag mit leeren Stühlen auf zentralen Plätzen in NRW auf sich aufmerksam machen - trotzdem gab es von der Düsseldorfer Landesregierung für sie am Freitag kein Hoffnungszeichen für eine bevorstehende Öffnung. «Dieses Thema sehe ich derzeit nicht», sagte Gesundheitsminister Laumann. Grundsätzlich sei das Thema frühestens nach dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 6. Mai mit den Ministerpräsidenten erörterungsbedürftig.

Das Schulministerium nimmt indes weitere Schulöffnungen im Mai in dem Blick. Die 2800 Grundschulen seien noch nicht im Betrieb. Aber ab dem 4. Mai - dem übernächsten Montag - soll es dort wieder losgehen - vorrangig ab den vierten Klassen. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) machte zuletzt deutlich, dass sie gerne alle Schüler bis zu den Sommerferien wieder in den Klassen bringen möchte.

Keine Hindernisse sieht die Landesregierung derweil für die Vorbereitungen der Kommunalwahlen am 13. September: Das Aufstellungsverfahren für Parteien und Wählergruppen sei trotz der Corona-Pandemie in Nordrhein-Westfalen nicht beeinträchtigt. Die Versammlungen seien weiterhin zulässig, erklärte Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU).

Und auch aus dem Bereich Sport gibt es ein rares Zeichen der Normalität: Der Bochumer Halbmarathon soll wie geplant am 6. September 2020 stattfinden. «Wir möchten damit ein Zeichen setzen, positiv nach vorn zu schauen», sagte Sebastian Kraus vom Team des Veranstalters. «Wir sind uns bewusst, dass es wahrscheinlich behördliche Auflagen geben wird und bereiten uns flexibel darauf vor, damit wir den Läuferinnen und Läufern ein gelungenes Event bieten können.»

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