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Wegzehrung für den Endspurt von Armin Laschet

Korschenbroich (dpa)

Rund vier Wochen vor der Bundestagswahl hat CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet einen schweren Stand. Seine persönliche Beliebtheit und die der Union sind Umfragen zufolge im Keller. Bei einem Wahlkampftermin am Niederrhein bekommt er Zuspruch und Wegzehrung für den Endspurt.

Von Volker Danisch, dpa

Armin Laschet spricht. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

«Armin, Armin!» Unionskanzlerkandidat Armin Laschet setzt einen Monat vor der Bundestagswahl zum großen Endspurt an. «Ich will Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden und lade Euch ein, mitzukämpfen jetzt im Endspurt, damit das große Ziel gelingt.» Laschet erntet für seine Wahlkampfrede in einem Biergarten am Niederrhein viel Applaus, junge Wahlkampfhelfer rufen ihm zu. Es ist Donnerstag, und bis zur Bundestagswahl bleiben nur rund 30 Tage.

Dabei weiß der CDU-Bundes- und -Landesvorsitzende um die schwierige Position. «Und wir können das nur schaffen, wenn wir jetzt alle Kräfte mobilisieren, wenn wir diesem ganzen Sturm geschlossen entgegentreten, um jede Stimme werben, dann haben wir die Chance, mit deutlichem Abstand stärkste Kraft werden», schwört Laschet seine Anhänger ein. Die Linke, die SPD, die Grünen kämpften gegen die Union. Und auf der rechten Seite werde die Union schon lange bekämpft von den «Rechtsradikalen der AfD» - auch er persönlich im Internet.

Nach den Milliardenschulden, die in der Corona-Pandemíe aufgenommen worden seien, um Betriebe durch die Krise zu bringen, um Menschen mit Kurzarbeit durch die Krise zu bekommen, gehe es darum, Deutschland wirtschaftlich wieder auf die Füße zu stellen. Es gehe auch darum, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu vereinfachen. Doch rot-grüne Konzepte, Steuererhöhungen, neue Schulden und neue Beschränkungen für die Wirtschaft machten diesen Weg unmöglich. «Wenn Deutschland jetzt die falschen Entscheidungen fällt, werden wir absteigen und nicht wieder aus der Krise herauskommen», betont Laschet.

Bei seinem Wahlkampfauftritt im Rhein-Kreis Neuss, in dem die Kohledebatte ein besonders großes Thema ist, nimmt Laschet auch die Grünen ins Visier und wirft ihnen Unehrlichkeit vor. «Die haben Garzweiler beschlossen, die haben es erfunden, die wollten den Hambacher Forst roden, und wir lassen ihnen das nicht durchgehen, dass sie sich jetzt aufspielen, als hätten sie schon immer auf der richtigen Seite gestanden», sagt er mit Verweis auf Entscheidungen der damaligen rot-grünen Landesregierung von NRW aus dem Jahr 2016.

Zum Abschied bekommt Laschet einen Präsentkorb mit Altbier als «Wegzehrung» für den Endspurt überreicht. Laschet schaut nach vorn und eilt bejubelt zum nächsten Termin. In seiner 45-minütigen Rede ging er nicht auf die quälende unionsinterne Debatte ein, wer Kanzlerkandidat sein sollte. Vier Stunden zuvor war Unterstützung in München zu hören. «Ich bin der festen Überzeugung, dass er ein starker Kanzler sein wird. Er hat meine 100-prozentige Unterstützung und auch die Unterstützung der CSU», sagte CSU-Chef Markus Söder.

Laschets Auftritt hatte unter dunklen Wolken begonnen, während seiner Rede reißen die Wolken auf, die Sonne kommt heraus. Bürgermeister Marc Venten (CDU) nimmt darauf Bezug, als sich Laschet noch direkt am Rednerpult vor seiner Abfahrt in das Goldene Buch der Stadt Korschenbroich einträgt. «Ich glaube, das ist auch ein Zeichen». Anders als viele der etwa 250 angemeldeten Teilnehmer, die bei Brezeln, Cola und Altbier dem Gast im Biergarten zuhören, hält sich Laschet zurück. Am Rednerpult steht lediglich ein Glas Wasser.

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