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400.000 Besucher im Jahr 2018

NS-Gedenkstätten locken mehr Besucher als je zuvor

Düsseldorf/Münster

Über einzelne Schicksale erzählen, den Millionen Opfern stellvertretend einzelne Gesichter geben: Mit diesem Konzept erinnern die 28 NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen an die Verbrechen der Nazi-Diktatur, an den Völkermord an den Juden. Damit treffen die professionellen wie die ehrenamtlichen Macher der Ausstellungen offenbar den Nerv: Im vergangenen Jahr kamen mit rund 400.000 Besuchern so viele wie nie zuvor, berichtete am Donnerstag Werner Jung, Vize-Vorsitzender des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW. Der Anstieg der Besucherzahlen ist seit Jahren konstant hoch: Gegenüber 2017 stiegen sie um 44.000.

Hilmar Riemenschneider

Eingangsbereich der Wewelsburg bei Büren im Kreis Paderborn. In der Wewelsburg befindet sich die Erinnerungs- und Gedenkstätte zur Geschichte der SS 1933 bis 1945. Foto: dpa

Jede Gedenkstätte setzt dabei auf eigene Ansätze. Einige sind multimedial, andere schlicht konzipiert. „Nicht technische Fragen, sondern die Besucher zu berühren, ist das Wichtigste“, betonte Christoph Spieker, Leiter der Villa ten Hompel in Münster. Auch seine Gedenkstätte erreichte 2018 mit 33 000 Besuchern einen neuen Rekord – Rund 3000 mehr als im Vorjahr.

Wie in Münster kommen landesweit viele Schulklassen zu Führungen in die Erinnerungsstätten, sie sind aber ebenso ein Magnet für Erwachsene, viele von ihnen Touristen, wie Jung erklärte.

„Vor dem Hintergrund zunehmender antisemitischer Vorfälle ist es heute wichtiger denn je, über die Verbrechen des Nationalsozialismus aufzuklären“, sagte Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Kulturministerium. Viele Gedenkstätten seien authentische Orte, die die Geschichte der Opfer, aber auch der Täter erlebbar machen. Dafür habe das Land die Mittel um 330 000 auf 1,8 Millionen Euro erhöht.

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