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KZ-Gedenkstätte Porta Westfalica

Orte des Grauens

Wird Grauen fassbarer, wenn es sich vor der eigenen Haustür zugetragen hat? In Porta Westfalica ist es so. Seitdem bekannt ist, welche Qualen die Häftlinge in den Stollen des KZ-Außenlagers erlitten, wollen immer mehr Menschen die graue Unter-Tage-Welt sehen, in der 3000 Gefangene durch Arbeit in den Tod getrieben werden sollten.

Annegret Schwegmann

3000 Menschen mussten in den Stollen von Porta Westfalica arbeiten. Die Decken sind bis zu 26 Meter hoch. Foto: Boris Roessler

Thomas Lange weiß nicht, wie oft er bereits über den schmutzig grauen Steinboden von Dachs 1 gegangen ist, einem der drei Stollen, die den Nazis zum Ende des Zweiten Weltkrieges als Produktionsstätten kriegswichtiger Güter plötzlich überlebenswichtig erschienen. Spätestens nach einer halben Stunde hat der Historiker seine Hände tief in den Jackentaschen vergraben, weil die Kälte durch seinen ganzen Körper zu kriechen begann. Neun Grad bei extremer Luftfeuchtigkeit – kaum auszuhalten in Zwölf-Stunden-Schichten. Lange hat versucht, sich das Leiden der Menschen vorzustellen. Ganz gelungen ist ihm das nie. Und das wird sich vermutlich auch nie ändern.

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