1. www.wn.de
  2. >
  3. NRW
  4. >
  5. Pflegeheimbewohner sollen über Wohngeld informiert werden

  6. >

Energiekrise

Pflegeheimbewohner sollen über Wohngeld informiert werden

Düsseldorf (dpa/lnw)

Die steigenden Energiekosten schlagen auch auf die Pflegeheime durch. Das Gesundheitsministerium will vor diesem Hintergrund betroffene Bewohner über die Möglichkeiten des Wohngeldes informieren. Der Opposition und auch der Stiftung Patientenschutz reicht das nicht.

Von dpa

Ein Betreuer geht in einem Pflegeheim mit einer Bewohnerin über den Flur. Foto: Bernd Weißbrod/dpa/Symbolbild

Angesichts kräftig steigender Energiekosten sollen Bewohner in Pflegeheimen über die Möglichkeiten von Wohngeld-Bezug informiert werden. Das kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag im Landtag in Düsseldorf an. Das betreffe Bewohner von Pflegeheimen, die keine Grundsicherung im Alter erhielten. Menschen, die in der Grundsicherung seien, bekämen die Kosten darüber finanziert.

Laumann hält es für denkbar, dass sich demnächst im Rahmen weiterer Entlastungen durch den Bund auch beim Wohngeld Verbesserungen ergeben könnten. «Man hört ja, dass da auch Überlegungen sind, bei Wohngeldbeziehern für die steigenden Energiekosten etwas zu tun», sagte der Minister.

Es könne sein, dass viele Heimbewohner und ihre Familien über Wohngeld-Bezug in Pflegeheimen nicht gut informiert seien. Deshalb werde sich das NRW-Gesundheitsministerium nach Klarheit in Berlin darum kümmern, dass betroffene Pflegeheime und Bewohner über Möglichkeiten des Wohngeldes informiert werden.

«Da haben wir natürlich jetzt durch die Energiekosten und höhere Lebensmittelpreise ganz klar einen Kostenschub, das kann ja keiner leugnen», sagte Laumann in einer Aktuellen Stunde des Parlaments auf Antrag der SPD. Das sei von Heim zu Heim unterschiedlich und hänge unter anderem auch davon ab, ob Gas, Öl oder etwa Wärmepumpen zur Wärmeerzeugung genutzt würden.

Deswegen sei es wichtig, dass die Kostenträger - das seien die Sozialhilfeträger und die Pflegekasse - verhandeln, erläuterte Laumann. «Und diese Verhandlungen finden auch in Nordrhein-Westfalen statt», betonte der Minister. Es müsse von Haus zu Haus geprüft werden, welcher Finanzbedarf vorhanden sei.

Die SPD-Fraktion sprach von explodierenden Kosten, die zu drastisch steigenden Belastungen für Heimbewohnerinnen und Heimbewohner sowie Kommunen führen könnten. Die NRW-Landesregierung müsse aktiv werden.

Auch die FDP übte Kritik, von der schwarz-grünen Koalition werde immer nur auf Berlin gezeigt. Die Lage auf dem Markt für Pflegekräfte sei angespannt und man könne es sich nicht leisten, auch nur einen einzigen Pflegeplatz zu verlieren. Die AfD kritisierte, dass es zur jetzt wirksamen Tarifsteigerung für Beschäftigte in Heimen keinen Finanzplan gebe.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erneute ihre Forderung nach einem sofortigen Inflationsausgleich für alle Leistungen der Pflegeversicherung und einer pauschalen Einmalzahlung von 1000 Euro je Pflegebedürftigen. «Die Dynamik der Kosten ist so exorbitant, dass die Verhandlungen monatlich geführt werden müssten», sagte Vorstand Eugen Brysch mit Blick auf die Gespräche von Sozialhilfeträger und Pflegekasse mit den Einrichtungen der dpa. Laumann mache es sich zu einfach. Brysch forderte, dass sich NRW bei der Bundesregierung für eine rasche Erhöhung der Pflegeleistungen stark macht und alle Investitionskosten übernimmt.

Startseite
ANZEIGE