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Latinum wird als Voraussetzung abgeschafft

Lehrer in spe können aufatmen

Düsseldorf

Wer künftig eine moderne Fremdsprache auf Lehramt studieren will, muss kein Latinum mehr vorweisen. NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann will Latein im Rahmen der laufenden Revision des Lehrerausbildungsgesetzes als Zugangsvoraussetzung abschaffen.

Hilmar Riemenschneider

Foto: Daniel Lüns

„Wir hatten landesseitig die schärfsten Anforderungen“, so eine Sprecherin. Nur Rheinland-Pfalz verlange Lateinkenntnisse, aber weniger umfangreich. Bayern und Niedersachsen haben die Latein-Pflicht abgeschafft.

Französisch, Englisch, Spanisch – Lehramtsstudenten haben es in diesen Fächern künftig leichter. Für Geschichte und Philosophie werden die Anforderungen abgesenkt – Kenntnisse ja, Latinum nein. „Man kann auf Deutsch denken lernen“, hatte Löhrmann vor zwei Jahren die Debatte eröffnet. Ob die Erleichterungen für Religionslehrer gelten können, müssen die Kirchen entscheiden. Lateinlehrer müssen die Sprache natürlich beherrschen. Fraglich ist, ob Eltern ihren Kindern noch raten, in der Schule Latein zu wählen. Für etliche ist es eine tote Sprache. Lateiner halten dem entgegen, dass Latein ein fundamentales Verständnis für andere Sprachen vermittle.

Dagegen begrüßt Dorothea Schäfer, Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, den Verzicht. Sie erinnerte an jahrelange Proteste der Studierenden, auf die das Latinum wie ein Selektionskriterium wirke. NRW folge damit dem Beschluss der Kultusministerkonferenz. Mit der Reform der Lehrerausbildung, die Löhrmann im Sommer abgeschlossen wissen möchte, würde zwar die Zulassung zum Lehramt erleichtert, die Universitäten sind aber nicht daran gebunden. Sie können weiter das Latinum als Zugangsvoraussetzung festschreiben.

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