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Kritik an Laschet wird lauter

Steigende Umfragewerte für AfD beunruhigen CDU

Berlin/Düsseldorf

Die steigenden Umfragewerte für die Partei Alternative für Deutschland (AfD) sorgen bei der CDU für wachsende Unruhe. Im Mittelpunkt steht der stellvertretende Bundesvorsitzende und Chef der NRW-CDU, Armin Laschet. Nach Informationen unserer Zeitung haben sich Freitagabend die Kreisvorsitzenden der NRW-CDU mit dem Landesvorstand der Partei getroffen.

Frank Polke

Armin Laschet Foto: dpa

Jüngere Parteifunktionären fordern eine stärkere Akzentuierung des konservativen Profils – auch um die Konkurrenz der AfD in den Griff zu bekommen. „Wir haben echt Sorge, dass die Mehrheitsfähigkeit der CDU bedroht ist“, sagt ein Teilnehmer.

Aktueller Auslöser der Kritik: Vor dem Bundesparteitag der CDU, der Mitte Dezember in Karlsruhe stattfindet, erarbeitet eine Parteikommission unter der Leitung von Laschet ein „gesellschaftspolitisches Grundsatzpapier“. Darin werden zahlreiche Positionen zur Familien-, Gesellschafts- oder auch Integrationspolitik fortgeschrieben. Unter anderem denkt man über eine deutliche Anhebung des Kindergeldes für das dritte Kind nach.

Doch nicht diese Ideen sind als Überschrift formuliert, sondern Laschet wählte den umstrittene Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ als Hauptthese. Daran entzündet sich Kritik. „Es kann doch nicht wahr sein, dass wir auf dem Parteitag unsere gesellschaftspolitischen Vorschläge, die viele Aspekte behandeln, unter diesen Titel setzen“, so ein führendes Parteimitglied. Vielen in der CDU geht diese – von Ex-Präsident Christian Wulff formulierte – Ansicht zu weit.

Kommentar zum Thema

In der CDU wächst die Nervosität

Gerade CDU-Landeschef Laschet, der als Ex-Integrationsminister in der jüngsten Flüchtlingsdebatte ein gefragter Gesprächspartner ist, muss dabei auch an die nächste Landtagswahl im Jahr 2017 denken. Laut ZDF-Politbarometer legt die AfD in der Wählergunst zurzeit weiter zu – im Bund und den Ländern. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würde sich die Partei laut ZDF um einen Punkt auf neun Prozent verbessern. Vor allem in NRW gehen die Zuwächse für die AfD fast zu 100 Prozent auf Kosten der CDU.

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