1. www.wn.de
  2. >
  3. Nrw
  4. >
  5. Prozess: Unfall fingiert und Auto mit Freundin angezündet

  6. >

Prozesse

Prozess: Unfall fingiert und Auto mit Freundin angezündet

Köln (dpa/lnw) - Nach jahrelangem Beziehungsstreit soll ein 36-jähriger Mann einen Autounfall fingiert, Benzin über seine Freundin gegossen und dieses angezündet haben. Wegen schwerer Körperverletzung und schwerer Brandstiftung steht der Mann seit Dienstag vor dem Kölner Landgericht. Die Frau war bei dem Vorfall im Juli 2019 schwer verletzt worden. Über seinen Verteidiger räumte der Angeklagte die Vorwürfe ein, bestritt jedoch in einem persönlichen Statement, auch die Frau mit Benzin übergossen zu haben.

dpa

Eine Statue der Justitia steht neben Aktenbergen. Foto: Volker Hartmann

Die 30-Jährige, die in dem Prozess als Nebenklägerin auftritt, erlitt Verbrennungen dritten und vierten Grades an Brust, Hals, Oberkörper und beiden Armen. Laut Nebenklagevertreterin Andrea Frimmersdorf hatte sich die Frau im vergangenen Sommer endgültig vom Angeklagten trennen wollen. Als Tatmotiv vermutete die Anwältin, dass der Angeklagte ihre Mandantin habe entstellen wollen: «Er wollte, dass sie keinen anderen Mann mehr findet.»

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte zunächst absichtlich das Auto mit geringer Geschwindigkeit gegen einen Baum gelenkt haben. Die 30-Jährige, die mit dem Angeklagten zwei Kinder hat und eine langjährige und wechselhafte Beziehung führte, soll zum Tatzeitpunkt erheblich angetrunken gewesen sein. Nach der Kollision habe der Angeklagte «in Flaschen mitgeführten Otto-Kraftstoff» ins Wageninnere und über die Frau gegossen und sie angezündet.

Später - der genau Zeitraum blieb unklar - soll er die Frau aus dem brennenden Fahrzeug gezogen und ihr so das Leben gerettet haben. Ein mögliches Motiv für die Tat nannte die Anklage zunächst nicht.

Startseite